Position

Die PKV ist auch bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens ein Motor für Innovation. Wir sind überzeugt: Angebote wie Telemedizin und Gesundheits-Apps stärken die medizinische Versorgung. Und eine funktionierende, sichere Telematikinfrastruktur entlastet Leistungserbringer und Patienten.

Die Corona-Pandemie trieb die Digitalisierung in vielen Lebensbereichen voran – auch im Gesundheitswesen wurden neue Angebote entwickelt und bestehende deutlich stärker genutzt. Die PKV hat bereits vor der Pandemie digitale Gesundheitsleistungen wie Telemedizin und Gesundheits-Apps erstattet. Ab 2022 bieten die ersten privaten Krankenversicherer ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte (ePA) an. Auch das elektronische Rezept wird dann nutzbar sein. Als Mitgesellschafter der gematik, die die notwendige Telematikinfrastruktur in Deutschland betreibt und weiterentwickelt, engagiert sich die PKV für ein zukunftsfähiges, sicheres digitalisiertes Gesundheitswesen.

Gesetzlicher Rahmen für digitale Anwendungen

Auf politischer Ebene setzt sich die PKV für hinreichende Rechtssicherheit ein, um ihren Versicherten mindestens die digitalen Angebote machen zu können, die auch die Gesetzlichen Krankenkassen bieten. Denn um zum Beispiel Digitale Gesundheitsanwendungen und die elektronische Patientenakte als Versicherungsleistungen in bestehende Krankenversicherungstarife einzubeziehen, muss ein entsprechender gesetzlicher Rahmen gezogen werden.

Telemedizin

In der Coronakrise haben E-Health-Anwendungen einen kräftigen Schub bekommen – vor allem Videosprechstunden wurden deutlich mehr als zuvor genutzt. Die rechtliche Basis dafür wurde erst 2018 geschaffen, als das sogenannte Fernbehandlungsverbot bundesweit gelockert wurde. Bis dahin durften Ärzte gar keine Patienten online behandeln. Private Krankenversicherer erwiesen sich hier als Pioniere: Sie gehörten zu den Ersten, die die Telemedizin im Rahmen von Pilotprojekten für ihre Versicherten erstattete. Mittlerweile können auch gesetzlich Krankenversicherte Videosprechstunden von Ärzten, Zahnärzten und Psychotherapeuten in unterschiedlichem Umfang wahrnehmen.

DiGA

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) oder „Apps auf Rezept“ bezeichnen Smartphone-Anwendungen, die einen medizinischen Zweck erfüllen – also zum Beispiel Blutzuckerwerte kontrollieren, Schlafrhythmen analysieren oder psychologische Unterstützung anbieten. Sie sind eine neue digitale Leistung, die es in dieser Form bisher nicht gab. Sie können helfen, Krankheiten zu erkennen oder zu behandeln. Häufig ergänzen sie konventionelle Therapien beim niedergelassenen Arzt oder im Krankenhaus.

Anders als in der Gesetzlichen Krankenversicherung bedürfen DiGA in der PKV keiner Zulassung durch eine Bundesbehörde wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Versicherungsunternehmen erstatten tarifgemäß viele Apps, die eine Ärztin oder ein Arzt als medizinisch notwendig verschreibt. Voraussetzung ist, dass die DiGA als neue Leistung in einen Versicherungstarif einbezogen wurde und über die Zulassung als Medizinprodukt mit CE-Kennzeichnung verfügt. Zur individuellen Erstattung von Gesundheits-Apps informieren die privaten Krankenversicherer.

Elektronische Patientenakte

Die elektronische Patientenakte (ePA) soll zukünftig zahlreiche medizinische Informationen und wichtige Dokumente der Nutzer enthalten, die bislang an verschiedenen Orten dokumentiert sind: Das können der Impfpass, die jüngsten Röntgenbilder oder eine Übersicht der regelmäßig eingenommenen Medikamente sein. Welche Daten in der ePA gespeichert werden sollen, entscheiden die Nutzer selbst. Sie können die Informationen in der App hochladen oder ihre Ärzte in der Praxis oder im Krankenhaus darum bitten und die Dokumente anschließend auf dem Smartphone oder Tablet verwalten.

Derzeit läuft eine bundesweite ePA-Testphase für gesetzlich Krankenversicherte. Die ersten PKV-Unternehmen bieten ihren Versicherten Anfang 2022 eine ePA 2.0 mit erweiterten Funktionen – zum Beispiel dem elektronischen Rezept – an. Die Nutzung einer ePA ist grundsätzlich freiwillig.

E-Rezept

Mit Beginn des Jahres 2022 soll das elektronische das gedruckte Rezept ablösen – und so den Versicherten Zeit und Wege sparen. Denn Patientinnen und Patienten erhalten das Rezept nicht nur digital in Form eines QR-Codes, sondern können auch die Verfügbarkeit der Medikamente in einer Apotheke ihrer Wahl abfragen oder sich die Arzneimittel nach Hause liefern lassen. Für Folgerezepte wird in Zukunft gar kein Arztbesuch mehr nötig sein: Behandelnde Ärzte können sie direkt über die E-Rezept-App bereitstellen. Über eine Schnittstelle gelangen die Informationen der elektronischen Rezepte auch in die individuelle elektronische Patientenakte – so sind wichtige Daten lückenlos und nachvollziehbar dokumentiert.

Digitale Pflegeanwendungen

Ab dem Jahr 2022 werden digitale Pflegeanwendungen (kurz: DiPAs) als Leistungen der Sozialen und der Privaten Pflegepflichtversicherung aufgenommen – das regelt das Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG), das im Sommer 2021 in Kraft tritt. Digitale Pflegeanwendungen sind Apps und andere digitale Programme, die Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und Fachkräfte unterstützen, den Pflege-Alltag zu bewältigen. So können sie etwa mithilfe von körperlichen und geistigen Übungen dazu beitragen, den Gesundheitszustand zu stabilisieren oder zu verbessern oder auch die Kommunikation mit Angehörigen und Pflegefachkräften verbessern. Ähnlich wie bei den DiGAs in der Gesetzlichen Krankenversicherung sollen erstattungsfähige DiPAs in einem entsprechenden Verzeichnis beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet werden.

Digitalisierung ganz persönlich: </pkv.digital>

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Gematik-Geschäftsführer Dr. Markus Leyck Dieken erläutert in der ersten Ausgabe unserer Digitalisierungs-Serie pkv.digital die Potenziale der Telematik-Infrastruktur. PKV-Pressesprecher Stefan Reker sprach mit ihm über das E-Rezept, die elektronische Patientenakte sowie den sicheren Datenaustausch unter Ärzten und zielführende Forschung.