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Anders als in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind die Beiträge in der PKV nicht vom Einkommen abhängig. Damit sie im Alter nicht zu hoch werden, gibt es verschiedene Vorsorgemechanismen. Eine Auswertung zeigt, dass diese gut wirken und die Beiträge im Alter stabil bleiben.

Zu den Besonderheiten der Privaten Krankenversicherung gehört, dass aus den Beiträgen der Versicherten von Anfang an ein großer Teil als Vorsorge für die medizinischen Kosten im Alter angespart wird – die sogenannten Alterungsrückstellungen. Dieses Vorsorgekapital wird gezielt zur Dämpfung der Beiträge im Alter eingesetzt. Dadurch wirken sich die individuelle Alterung und der persönliche Krankheitszustand der einzelnen Versicherten nicht auf deren Beitragshöhe aus. 

Eine aktuelle Auswertung der Beiträge aller PKV-Versicherten zeigt, dass diese Instrumente wirken. 

Wie hoch ist der Beitrag in der PKV?

Der durchschnittliche Beitrag in der PKV betrug im Jahr 2022 für Erwachsene ohne Beihilfeanspruch 529 Euro im Monat. Die Analyse der durchschnittlichen PKV-Monatsbeiträge für jedes Lebensalter belegt, dass die Vorsorge-Instrumente wirken. In allen Lebensaltern lag der Durchschnittsbeitrag in der privaten Krankenversicherung unter 600 Euro – und in sehr hohen Altersjahrgängen sogar deutlich niedriger. Es zeigt sich, dass der Beitrag ab den Altersstufen von 61 und 65 Jahren sogar spürbar sinkt. 

So fällt ab dem Alter 61 die Zahlung des gesetzlichen Zuschlags in Höhe von 10 Prozent des Beitrags weg, der in den Jahren zuvor zum Aufbau eines zusätzlichen individuellen Vorsorgekapitals dient. Ab Renteneintritt fallen zudem die Beiträge für die Krankentagegeldversicherung weg, was eine weitere Entlastung bringt. Mit zunehmendem Alter werden zudem die Mittel aus den Alterungsrückstellungen und dem 10-Prozent-Zuschlag beitragssenkend eingesetzt. 

Diese Durchschnittswerte ergeben sich aus den Daten aller Privatversicherten ab 35 Jahren, was dem üblichen Eintrittsalter entspricht. Die Tarife für Kinder, Jugendliche und Studenten wurden hier bewusst ausgeklammert, da sie ohne Alterungsrückstellungen kalkuliert sind und daher deutlich niedrigere Beiträge haben, was den Durchschnittsbeitrag verzerren würde.

Wie hoch ist der PKV-Beitrag für Beamte?

Bei Beamten und ihren beihilfeberechtigten Angehörigen ist der zu zahlende Beitrag geringer, denn sie müssen in der PKV nur die verbleibenden Restkosten versichern, die nicht von der Beihilfe ihres Dienstherrn übernommen werden. 2022 betrug er für Erwachsene durchschnittlich 234 Euro. Im Jahr 2024 liegt der Beitrag voraussichtlich bei 256 Euro. In allen Lebensaltern lag er in den Beihilfetarifen immer deutlich unter 300 Euro.

Extrembeiträge sind in der PKV seltene Ausnahmen

Es liegt in der Natur von Durchschnittswerten, dass es in Einzelfällen Abweichungen nach oben und unten geben kann. Der persönliche Beitrag hängt vor allem vom individuellen Leistungsumfang und Versicherungsbeginn ab. Im Schnitt starten Versicherte mit Mitte 30 in der PKV – und haben dann rund 30 Jahre Zeit zum Aufbau der Alterungsrückstellungen. Wer erst im hohen Alter eintritt, hat weniger Jahre Zeit zum Aufbau dieser Vorsorge, sodass sein Beitrag entsprechend höher sein muss. 

Dennoch bleiben sehr hohe Beiträge die absolute Ausnahme. So zahlten im Jahr 2022 nur 2,3 Prozent aller Privatversicherten einen Beitrag über dem Höchstbeitrag in der GKV (769 Euro). Und Beiträge über 1.000 Euro gab es nur bei 0,07 Prozent aller Versicherten. Die in manchen Medienberichten spektakulär geschilderten Monatsbeiträge über 1.500 Euro betrafen nur 0,001 Prozent der Versicherten – und dabei handelt es sich stets um Verträge mit besonders hohen Leistungsumfängen. 

Wenn die Versicherten in solchen Fällen ihren Beitrag verringern wollen, gibt es dazu innerhalb der Privaten Krankenversicherung verschiedene Möglichkeiten. Zudem gilt für alle Privatversicherten eine gesetzliche Garantie: Niemand von ihnen muss mehr zahlen als maximal den Höchstbeitrag der Gesetzlichen Krankenversicherung. Dies ist durch den Rechtsanspruch auf eine Aufnahme im Basistarif gesichert.

Weil das persönliche Einkommen keinen Einfluss auf die Beitragsentwicklung in der Privaten Krankenversicherung hat, passt sich der Beitrag – anders als in der GKV – auch nicht proportional an die oft geringeren Alterseinkünfte an. Das sollten Privatversicherte von vornherein einkalkulieren, denn dafür gibt es langfristige Vorsorgemöglichkeiten, die den persönlichen Beitrag im Alter absichern. 

Die Analyse der durchschnittlichen PKV-Monatsbeiträge für jedes Lebensalter kann aus statistischen Gründen nur mit den Daten des abgeschlossenen Versicherungsjahres 2022 erfolgen. Um die aktuelle Beitragshöhe für 2024 abzuschätzen, hat der PKV-Verband eine Prognose mit den durchschnittlichen Beitragsanstiegen der Jahre 2023 und 2024 hochgerechnet. Demnach wird der PKV-Durchschnittsbeitrag 2024 rund 579 Euro im Monat betragen. Damit liegt er unter dem GKV-Beitrag für einen Durchschnittsverdiener, der 2024 etwa 616 Euro im Monat zahlt. Privatversicherte Arbeitnehmer müssten (weil sie über der Bemessungsgrenze liegen) in der GKV den Höchstbeitrag zahlen, das sind 2024 etwa 844 Euro im Monat. Wobei sowohl in der PKV als auch in der GKV bei Arbeitnehmern rund die Hälfte des Beitrags vom Arbeitgeber übernommen wird. Für die für Beihilfetarife liegt der Durchschnittsbeitrag 2024 voraussichtlich bei 256 Euro.

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