Position

Die PKV ist für Beamtinnen und Beamte traditionell erste Wahl: 94 Prozent von ihnen sind privat versichert. Dafür gibt es gute Gründe. Um die Staatsbediensteten in der Gesetzlichen Kasse zu halten, haben einige Bundesländer nun eine Art Arbeitgeberzuschuss eingeführt. Hier ist Vorsicht angebracht.

Die Private Krankenversicherung bietet Beamtinnen und Beamten sowie ihren Angehörigen einen Versicherungsschutz, der auf die Leistungen der Beihilfe zugeschnitten ist. Passend zum Beihilfesatz schließt die PKV die Absicherung zu 100 Prozent. Dabei ist sie flexibel: Da sich die Höhe der Beihilfe im Laufe des Lebens ändern kann, lässt sich der Versicherungsschutz jederzeit an die neue Situation anpassen.

Private Krankenversicherung für alle Beamtinnen und Beamten

Die PKV garantiert allen Beamten zu Beginn ihrer Laufbahn eine Aufnahme. Dafür sorgt die so genannte Öffnungsaktion – vielen auch unter dem Begriff Öffnungsklausel bekannt. Sie stellt sicher, dass niemand aufgrund einer Vorerkrankung oder einer Behinderung abgelehnt wird. Einzige Voraussetzung: Der Antrag muss innerhalb eines halben Jahres nach der Verbeamtung gestellt werden. Damit haben sich die teilnehmenden Versicherungsunternehmen freiwillig auf eine Art Kontrahierungszwang für Beamte verpflichtet. Seit 2019 gilt dieser Anspruch auch für Beamte in der Ausbildung. Und auch die engsten Angehörigen können von der Öffnungsaktion profitieren.

  • Merkblatt für neue Beamtinnen und Beamte mit Informationen zur Öffnungsaktion
  • Broschüre zur Öffnungsaktion der Privaten Krankenversicherung
PKV-Sonderöffnungsaktion für Beamte endet am 31. März 2021

Noch bis zum 31. März 2021 bietet die Private Krankenversicherung mit einer Sonderöffnungsaktion auch allen gesetzlich versicherten Beamtinnen und Beamten mit Vorerkrankungen oder Behinderungen einen erleichterten Zugang an.

Zum Thema

Neue Option für Beamte: die pauschale Beihilfe

Seit kurzem bieten fünf Bundesländer ihren Beamten eine so genannte pauschale Beihilfe an. Dabei handelt es sich um eine Art Arbeitgeberzuschuss für diejenigen, die sich in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichern. Was als „Stärkung der Wahlfreiheit von Beamten“ verkauft wird, hat in Wirklichkeit rein ideologische Gründe. So erhofft sich die SPD, ihr Projekt Bürgerversicherung nun in Teilschritten einzuführen. Das Kalkül hinter der pauschalen Beihilfe: Es sollen unter dem Stichwort Wahlfreiheit auch die Menschen im umlagefinanzierten System der GKV absichern, die im Normalfall ins kapitalgedeckte System der Privaten Krankenversicherung (PKV) wechseln würden.

Diese Wahlfreiheit in der Krankenversicherung fordern die Befürworter der pauschalen indes nur in eine Richtung. Denn würden sie es wirklich ernst damit meinen, müssten sie zum Beispiel auch eine Absenkung der Versicherungspflichtgrenze befürworten, und so Millionen GKV-pflichtversicherten Arbeitnehmern die Möglichkeit geben, in die PKV zu wechseln.

  • Für eine Änderung der Beamtenversorgung gibt es überhaupt keinen Handlungsbedarf. Tatsächlich ist die Pauschale Beihilfe, die zuerst in Hamburg eingeführt wurde, politisch motiviert. Hintergründe liefert unsere Bewertung des Hamburger Modells.
  • Weil die Entscheidung für die pauschale Beihilfe unwiderruflich ist, sollten sich angehende Staatsbedienstete früh und gründlich über die Alternativen informieren. Die Entscheidungshilfe für junge Beamtinnen und Beamte bietet einen Überblick über die Vor-und Nachteile. 
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"Wir beobachten die pauschale Beihilfe mit großer Sorge."

Interview

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Griff in die politische Mottenkiste

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Warum die pauschale Beihilfe Nachteile für alle bringt

Um ihrem politischen Ziel einer Bürgerversicherung näher zu kommen, nehmen SPD, Grüne und Linke billigend in Kauf, dass sich vor allem Jungbeamte stark verunsichert fühlen. Denn der Verbleib in der GKV und die Entscheidung für die pauschale Beihilfe ist nicht ohne Risiko. Die Wahl des Zuschusses zur GKV ist nämlich unwiderruflich und führt damit für die Jungbeamten in eine Sackgasse. Die damit verbundenen Nachteile dürften indes vielen Betroffenen erst später bewusst werden. Denn je nach Lebenssituation steigt die individuelle Beihilfe für Beamte auf bis zu 70 Prozent. Die Kosten für eine Private Krankenversicherung sinken entsprechend.

Hinzu kommt, dass es durch die unterschiedliche Gesetzgebung in einzelnen Bundesländern zu Insellösungen kommt, was die Flexibilität der Beamten einschränkt. Bisher haben sich nur Hamburg, Bremen, Berlin, Brandenburg und Thüringen für die Einführung der pauschalen Beihilfe entschieden. Damit gibt es einen geografischen Flickenteppich. Beamte, die sich in einem der Länder für die pauschale Beihilfe entschieden haben, würden also bei einem Wechsel in ein anderes Bundesland oder zum Bund keinen Dienstherrn finden, der dies ebenfalls anbietet. Sie müssten den kompletten Beitrag zur GKV wieder selbst tragen. Die Kosten würden sich also mit einem Schlag verdoppeln. 

Beamte gegen pauschale Beihilfe

Die Mehrzahl der jungen Beamtenanwärter hat sich bisher noch nicht von dem neuen Angebot täuschen lassen, wie beispielsweise erste Zahlen aus Hamburg oder Thüringen zeigen. Das Ziel der Befürworter einer Bürgerversicherung, einen Großteil der Beamten in eine gesetzliche Krankenkasse zu locken, wird nicht erreicht. Und auch der Dachverband dbb beamtenbund und tarifunion sowie seine Landesverbände lehnen die Einführung einer pauschalen Beihilfe ab. So sagte der Zweite Vorsitzende des dbb, Friedhelm Schäfer, bei einer Bundestagsanhörung:

Die herkömmliche Beihilfe ist ein bedeutender Attraktivitätsfaktor des Berufsbeamtentums, der mit Blick auf die notwendige Nachwuchsgewinnung kommuniziert statt konfisziert werden sollte.

Friedhelm Schäfer, Zweiter Vorsitzende des dbb beamtenbund und tarifunion

Krankenversicherung: Beamtinnen und Beamte sollten vergleichen

Natürlich sollten alle Beamtinnen und Beamten die Leistungen und Kosten zwischen Gesetzlicher Krankenversicherung und Privater Krankenversicherung gründlich vergleichen. Dabei tauchen erfahrungsgemäß zahlreiche Fragen auf. Passende Antworten sowie ein übersichtliches und leicht verständliches Informationsangebot gibt es auf der Website beamte-in-der-pkv.de.

    Das Informationsportal zeigt, warum die Kombination aus Beihilfe und Privater Kranken- und Pflegeversicherung für frisch verbeamtete Staatsbedienstete besonders interessant ist. Zudem bietet es:

    • Erfahrungsberichte junger Beamtinnen und Beamten mit ihrer Krankenversicherung
    • Erklärungen wichtiger Fachbegriffe
    • Orientierungshilfe auf dem Weg zu einer maßgeschneiderten Krankenversicherung
    • Informationen zur Option einer pauschalen Beihilfe, die es in einigen Bundesländern gibt
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