Privatversicherte haben die freie Wahl, von welchem Zahnarzt sie sich behandeln lassen möchten.

GOZ als Grundlage für Zahnarztabrechnungen

Zahnmedizinische Leistungen lassen sich in drei Bereiche unterteilen: allgemeine Zahnleistungen wie die akute Behandlung bei Zahnschmerzen, Zahnersatz und die Kieferorthopädie bei Zahnfehlstellungen. Die Kosten für medizinisch notwendige zahnärztliche Behandlung einschließlich gezielter Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen werden von den Versicherern im tariflichen Umfang erstattet. Zu den erstattungsfähigen Ausgaben gehören auch Leistungen für Zahnersatz und bei kieferorthopädischer Behandlung. Detailliertere Informationen finden Versicherte unter folgendem Link: www.derprivatpatient.de

Die zahnärztlichen Leistungen werden dabei über die sogenannte Gebührenordnung für Zahnärzte (kurz: GOZ) abgerechnet. Diese ist das gesetzlich festgelegte Preisverzeichnis für den privatmedizinischen Bereich, das letztmals 2012 aktualisiert wurde. Die GOZ findet darüber hinaus auch bei Kassenpatienten Anwendung. Denn bei höherwertigem Zahnersatz fällt bei gesetzlich Versicherten in aller Regel eine hohe Eigenbeteiligung an: Bis 40 Prozent der Kosten müssen gesetzlich Versicherte in der Regelversorgung selbst tragen. Die Eigenbeteiligung steigt, je hochwertiger der Zahnersatz ist.

Informationen aus dem GOZ-Beratungsforum

Die Gebührenordnung für Zahnärzte hat somit Relevanz für alle Versicherten in Deutschland. Daher nutzt es auch den 70 Millionen gesetzlich Versicherten, dass sich die Private Krankenversicherung inhaltlich für eine sachgemäße Abrechnung der zahnmedizinischen Leistungen einsetzt. Seit 2013 sitzen daher die Bundeszahnärztekammer, der Verband der Privaten Krankenversicherung und die Beihilfestellen von Bund und Ländern regelmäßig in einem Beratungsforum für Gebührenordnungsfragen zusammen, um im partnerschaftlichen Miteinander daran zu arbeiten, die Rechtsunsicherheit nach der Novellierung der Gebührenordnung für Zahnärzte zu beseitigen. Das Gremium will grundsätzliche Auslegungsfragen der GOZ, Fragen der privatzahnärztlichen Qualitätssicherung sowie Fragen des Inhalts und der Abgrenzung privatzahnärztlicher Leistungen diskutieren und möglichst einvernehmlich beantworten.

Regelmäßig veröffentlicht der PKV-Verband zudem auch sogenannte GOZ-Kommentierungen, die relevante gebührenrechtliche Fragestellungen behandeln und Hinweise zu Analogberechnungen geben.

Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen PKV und GKV?

Im Zahnbereich zeigen sich die Leistungsunterschiede zwischen Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung besonders deutlich: In der Privaten Krankenversicherung ist in aller Regel höherwertiger Zahnersatz vertraglich mit abgesichert. Der Anteil, den die Versicherung insgesamt erstattet, ist im Tarif festgelegt und im Allgemeinen deutlich höher als in der GKV. Die Gesetzliche Krankenversicherung übernimmt dagegen nur die Kosten für die allgemeine Zahnbehandlung in voller Höhe, für die sogenannte Regelversorgung dagegen nur einen Teil. Für Zahnersatz zahlt die GKV nur pauschale Festzuschüsse. Sie orientieren sich an der sogenannten „Regelversorgung“ aus dem jeweils preiswertesten Material.

Auch bei der Kieferorthopädie gibt es klare Unterschiede: In der Privaten Krankenversicherung sind die Leistungen bei Kieferorthopädie tarifabhängig. Eine grundsätzliche Einschränkung im Leistungskatalog der PKV, dass Erwachsene kieferorthopädische Leistungen nicht oder nur im Ausnahmefall in Anspruch nehmen können, gibt es nicht. Bei Erwachsenen übernehmen dagegen die Krankenkassen die Kosten dagegen nur im Ausnahmefall: bei schweren Kieferanomalien, die zusätzlich eine Kieferoperation erfordern. Etwas verallgemeinert übernimmt die Gesetzliche Krankenversicherung die Kosten nur bei Kindern und Jugendlichen und erst ab einem bestimmten Schweregrad der Fehlstellung. In beiden Fällen wird ein Teil der anfallenden Kosten nur erstattet, wenn die gesetzlich Versicherten die Behandlung erfolgreich abgeschlossen haben.

Zahnzusatzversicherungen für alle Versicherten

Durch eine private Zahnzusatzversicherung können gesetzlich Versicherte einen Anspruch auf höherwertigen Zahnersatz erhalten und ihren Eigenanteil an den Kosten deutlich senken. Nach Vorleistung durch die gesetzliche Krankenkasse zahlt die private Krankenversicherung für den Rest gemäß den tariflichen Bedingungen. Die Kostenübernahme durch die private Zusatzversicherung kann unterschiedlich geregelt sein: Neben der Erstattung eines pauschalen Prozentsatzes des gesamten Rechnungsbetrages ist auch die Erstattung eines pauschalen Anteils der verbleibenden Kosten oder die Aufstockung des Anteils der gesetzlichen Krankenkasse auf einen bestimmten Prozentsatz möglich. Auch kieferorthopädische Leistungen können von einer privaten Zusatzversicherung abgedeckt werden.

Die Nachfrage nach Zahnzusatzversicherungen ist groß. Auch wegen ihres vergleichsweise geringen Preises sind Zahnzusatzversicherungen die am häufigsten verkaufte Zusatzversicherungsart. Mehr als 16 Millionen dieser Versicherungen sind bereits von gesetzlich (und auch einigen privat) Versicherten abgeschlossen worden.

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