Wirtschaftsweise Grimm warnt vor Aufkündigung des Generationenvertrags
Meldung11. Juni 2026
Auf der Jahrestagung des PKV-Verbandes hat Prof. Veronika Grimm an die Politik appelliert, Deutschland attraktiv für junge Menschen zu halten. Dazu gehört für die "Wirtschaftsweise" auch eine Stabilisierung der Sozialsysteme durch mehr kapitalgedeckte Vorsorge.
Prof. Dr. Veronika Grimm, Technische Universität Nürnberg, Mitglied im Sachverständigenrat für Wirtschaft.
Junge Menschen, die in den Nullerjahren oder danach geboren sind, müssen während ihres Erwerbslebens mit Beitragssätzen der Sozialversicherungen von im Schnitt weit über 50 Prozent rechnen, so Prof. Grimm. Zum Vergleich: Bei den sogenannten Babyboomern liegt dieser Wert teils deutlich unter 40 Prozent. “Da besteht die Gefahr”, so die “Wirtschaftsweise” von der TU Nürnberg, “dass insbesondere gutausgebildete junge Menschen den Generationenvertrag aufkündigen und ins Ausland abwandern.”
In ihrem Vortrag auf der PKV-Jahrestagung zeichnete Grimm ein eher düsteres Bild des Wirtschaftsstandortes Deutschland: Seit 2018 gebe es kein reales Wachstum, das Arbeitsvolumen schrumpfe, Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen blieben weit hinter denen der USA und China zurück. Umso wichtiger sei es, dass Staat und Wirtschaft nicht auch noch durch steigende Aufwendungen für die soziale Sicherung eingeengt würden.
Ausbau kapitalgedeckter Vorsorge in der Pflege
Aussichtsreich, so Prof. Grimm, seien insbesondere Reformen im Bereich der Pflegepflichtversicherung. Denn hier sei der Ausgabenanstieg derzeit noch weniger auf die Alterung der Bevölkerung als vielmehr auf die Leistungsausweitungen der jüngeren Vergangenheit zurückzuführen. Da könne man gegensteuern. Die Pflegeversicherung, so Grimm, solle Teilversicherung bleiben, ihre Leistungen müssten zielgenauer ausgerichtet und künftig verstärkt kapitalgedeckt finanziert werden.
Vor rund zwei Wochen hatte sich bereits der Sachverständigenrat Wirtschaft, dem Grimm als eine von fünf “Weisen” angehört, für eine generationengerechte Finanzierung der Sozialsysteme ausgesprochen. In ihrem Frühjahrsgutachten plädieren die Fachleute für Eigenverantwortung, gezielte Leistungen und mehr kapitalgeckte Vorsorge.
Krankenversicherung
Mehrheit der Menschen wünscht sich Wahlfreiheit in der Krankenversicherung
Diese Webseite verwendet Cookies, die personenbezogene Daten verarbeiten. Einige sind technisch notwendig, um Ihnen unsere Webseite fehlerfrei anbieten oder ihre Datenschutz-Präferenzen speichern zu können. Weitere Cookies werden von uns erst nach Ihrer Einwilligung gesetzt und dienen zur Auswertung und Optimierung des Web-Angebotes. Zur Darstellung von Videos transferieren wir Daten in den außereuropäischen Adressraum. Und für das Marketing und die Schaltung von Anzeigen erfassen wir Daten für die Erfolgsmessung. Ihr Einverständnis können Sie jederzeit auf der Seite Privatsphäre mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.