Meldung 16. September 2026

Fachkräfte aus acht Hamburger Kindertagesstätten kamen am 9. September zum Kick-off von „Mutausbruch – füreinander stark machen” zusammen. Die teilnehmenden Kitas werden im Kitajahr 2026/2027 das vom PKV-Verband geförderte Programm zur Prävention von verletzendem Verhalten in Kitas umsetzen.

Vertreterinnen und Vertreter der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V., des Kinderschutzbunds Hamburg, der pädquis Stiftung sowie des PKV-Verbands beim Kickoff

Ein gesundes Aufwachsen von Kindern sicherzustellen ist eine Aufgabe von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Denn Erfahrungen in dieser Lebensphase wirken bis ins Erwachsenenalter nach – sowohl psychisch als auch körperlich. Eine zentrale Lebenswelt sind Kindertagesstätten: Oft erhalten Kinder hier erstmals die Möglichkeit, über die eigene Familie hinaus Beziehungen aufzubauen und Erfahrungen zu sammeln. 

Diesem Ideal steht jedoch ein Alltag gegenüber, in dem Kitafachkräfte oft unter großem Stress und Druck stehen – etwa durch hohe Arbeitsbelastung, Personalmangel und Erwartungen von vielen Seiten. Solche Bedingungen begüstigen verletzendes Verhalten: von genervten Reaktionen, dem Ignorieren von Gefühlen bis hin zu körperlichen Übergriffen. „Mutausbruch – füreinander stark machen" setzt hier an.

Deutschlandstart in Hamburg: Acht Kitas starten ins Programm

Nach einer mehrjährigen Entwicklungs- und Erprobungsphase beginnt nun in Hamburg die erste Stufe der bundesweiten Umsetzung des Präventionsprogramms.

Anfang September kamen dafür Leitungs- und zuständige Fachkräfte aus acht Hamburger Kindertagesstätten zum Kick-off zusammen. Die Kitas hatten sich zuvor für die Teilnahme am Programm beworben. Als Motivation nannten sie vor allem den Wunsch nach mehr Sicherheit im Umgang mit grenzverletzendem Verhalten sowie das Entwickeln einer gemeinsamen Haltung im Team. Für sie bietet „Mutausbruch“ eine Möglichkeit, die gesetzlich vorgeschriebenen Schutzkonzepte im Kitaalltag zu verankern und dabei alle Beteiligten – Fachkräfte, Kinder und Eltern – einzubeziehen.

Ebenfalls vor Ort waren Vertreterinnen und Vertreter des PKV-Verbands, der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V. und des Kinderschutzbunds Hamburg als Umsetzungspartner sowie der pädquis Stiftung, die die Umsetzung wirksamkeitsorientiert evaluiert. Der Tag stand ganz im Zeichen des gegenseitigen Kennenlernens: Die Kitas stellten sich vor, die Partner im Kooperationsverbund erläuterten ihre jeweiligen Rollen – und alle Beteiligten verständigten sich auf die nächsten Schritte.

Bis Juli 2027 werden die acht Kitas von geschulten „Mutausbruch“-Begleiterinnen und -Begleitern des Kinderschutzbunds Hamburg bei der Umsetzung des Programms begleitet. Die Teilnahme ist durch die Förderung des PKV-Verbands für die Kitas kostenfrei möglich. Mit einem ganzheitlichen und praxisnahen Ansatz sensibilisiert das Programm Fachkräfte und Kitakinder für verletzendes Verhalten. Zugleich unterstützt es die Einrichtungen dabei, wertschätzende und reflektierende Strukturen im Kitaalltag zu entwickeln.

Kinder stärken, Fachkräfte sensibilisieren

Dafür greift „Mutausbruch“ auf eigens entwickelte Materialien zurück, die im Projektverlauf gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Praxis entstanden sind. Dazu gehören auch die Maskottchen „KritziKratzi“ und seine Bande, die Kindern dabei helfen, über Gefühle, Grenzen und verletzendes Verhalten zu sprechen.

„Mutausbruch“ ist ein vom PKV-Verband gefördertes Programm, das gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V. sowie weiteren Partnern entwickelt wurde. Der Kinderschutzbund Hamburg setzt das Programm vor Ort in Hamburg um. Die pädquis Stiftung begleitet die Durchführung wissenschaftlich und evaluiert, wie das Programm in den Kitas umgesetzt wird und welche Veränderungen nachweisbar sind. 

Hamburg bildet den Auftakt für die bundesweite Umsetzung: Ab 2027 folgen Kitas in Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern, bis das Programm ab 2029 überregional in Kitas zum Einsatz kommen soll. Parallel dazu werden Fachkräfte qualifiziert, die weitere Einrichtungen durch den Prozess begleiten können.