• Vorlesen
  • A A A

Bekomme ich einen Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung?

Der Arbeitgeber beteiligt sich bei privat versicherten Arbeitnehmern an den Kosten für eine Krankenversicherung. Die Mitgliedsunternehmen des PKV-Verbandes erfüllen alle Voraussetzungen nach § 257 Abs. 2a SGB V, sodass Sie einen rechtlichen Anspruch auf diesen Zuschuss haben.

Um den Zuschuss zu erhalten, müssen Sie Ihrem Arbeitgeber einen Nachweis Ihres Versicherers vorlegen. Dieser enthält Angaben über

  • die Art der Vertragsleistungen
  • die zuschussberechtigten Personen und
  • die Beiträge.

Das PKV-Unternehmen bescheinigt zudem, dass es die Voraussetzungen für den Arbeitgeberzuschuss nach SGB V erfüllt. Ändert sich die Beitragshöhe, der Versicherungsschutz oder die Zahl der versicherten Personen, müssen Sie dies Ihrem Arbeitgeber unverzüglich mitteilen.

Erhalte ich auch für meine Familie einen Arbeitgeberzuschuss?

Auch zum PKV-Beitrag für Ihre Familienangehörigen erhalten Sie einen Arbeitgeberzuschuss, wenn diese bei einer Versicherung in der GKV über Sie familienversichert wären. Ihre Angehörigen dürfen nicht hauptberuflich selbstständig erwerbstätig sein und kein Einkommen von mehr als 445 Euro (2019) im Monat haben. Für geringfügig Beschäftigte liegt die Einkommensgrenze bei 450 Euro (2019).

Angehörige sind nach dem Sozialgesetzbuch

  • Ehepartner
  • Lebenspartner
  • Kinder, Stiefkinder, Enkel und Pflegekinder, soweit sie überwiegend von Ihnen unterhalten werden. Kinder werden bis zu einem bestimmten Alter berücksichtigt, und zwar
    • generell bis 18 Jahre,
    • bis 23 Jahre, wenn sie nicht erwerbstätig sind,
    • bis 25 Jahre bei andauernder Schul- oder Berufsausbildung oder während eines Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahres oder Wehrdienstes. Verzögert sich die Ausbildung Ihres Kindes durch Erfüllung eines Freiwilligen Dienstes, kann es länger berücksichtigt werden, und zwar entsprechend der Dienstdauer.

Ist Ihr Kind aufgrund einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande, für seinen Lebensunterhalt zu sorgen, gilt es ohne Altersgrenze als berücksichtigungsfähiger Angehöriger.

Wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung?

Ihr Arbeitgeber gewährt die Hälfte Ihres Versicherungsbeitrags als Zuschuss, jedoch nicht mehr als den maximalen Arbeitgeberanteil für einen gesetzlich versicherten Arbeitnehmer (2019: 351,66 Euro). Dieser maximale Arbeitgeberanteil ergibt sich aus

  • der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze (2019: 4.537,50 Euro/Monat),
  • dem allgemeinen Beitragssatz der GKV (2019: 14,6 Prozent) und
  • dem durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz der gesetzlichen Krankenkassen (2019: 0,9 Prozent). Da die Arbeitgeber ab 2019 die Hälfte des Zusatzbeitrages leisten müssen (paritätische Finanzierung), wird sein Durchschnittswert auch beim maximalen Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung berücksichtigt und erhöht diesen.

Liegt der Arbeitgeberzuschuss für Ihren eigenen Beitrag unter der Höchstgrenze, zahlt Ihr Arbeitgeber auch für die Krankenversicherung Ihrer Angehörigen einen Zuschuss von maximal der Hälfte des Beitrags. Alle Zuschüsse zusammen dürfen aber die oben genannte Höchstgrenze nicht überschreiten.

Haben Sie ein Einkommen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze, wird nur Ihr tatsächliches Bruttogehalt zur Berechnung des Zuschusses herangezogen. Diese Regelung betrifft Sie unter anderem dann, wenn Sie Altersteilzeit in Anspruch nehmen oder im Rahmen der Elternzeit Ihre Arbeitszeit reduziert haben, dadurch versicherungspflichtig in der GKV wurden und sich davon haben befreien lassen.

Der Arbeitgeberzuschuss wird nur für tatsächlich geleistete Beiträge gewährt. Ausgaben im Rahmen eines Selbstbehalts tragen deshalb allein Sie, soweit Ihr Arbeitgeber sich nicht freiwillig an den Kosten beteiligt. Der gesetzliche 10-Prozent-Zuschlag und etwaige Beiträge für Beitragsentlastungstarife sind hingegen zuschussfähig. Erhalten Sie eine Beitragsrückerstattung, hat dies keinen Einfluss auf den Zuschuss. Die Rückerstattung kommt einzig Ihnen zugute.

Bekomme ich einen Arbeitgeberzuschuss zu meiner privaten Pflegeversicherung?

Auch zu Ihrer Privaten Pflegepflichtversicherung erhalten Sie einen Arbeitgeberzuschuss. Hier gilt dieselbe Regelung wie in der Krankenversicherung: die Hälfte Ihres tatsächlichen Beitrags, jedoch nicht mehr, als wenn Sie gesetzlich versichert wären. Der maximale Zuschuss liegt 2019 bei 69,20 Euro (in Sachsen: 46,51 Euro). Unter den auch für die Krankenversicherung genannten Voraussetzungen erhalten Sie ebenfalls für Ihren Ehe- bzw. Lebenspartner einen Zuschuss. Kinder sind in der Pflegepflichtversicherung beitragsfrei versichert.

 

 

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten und um Nutzerverhalten und Marketingmaßnahmen in pseudonymer Form zu analysieren. Indem Sie fortfahren, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies und stimmen den Webanalyse-Maßnahmen zu. Ihr Einverständnis können Sie jederzeit widerrufen. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Erweiterte Einstellungen