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Betriebliche Krankenversicherung

Am Arbeitsplatz
 

Die betriebliche Krankenversicherung nützt Arbeitnehmern und Arbeitgebern

Ob  für  Zahnersatz,  Krankenhaus-Komfort oder wichtige Vorsorgeuntersuchungen: Die betriebliche Krankenversicherung  (bkV)  erfreut  sich  weiter  wachsender  Beliebtheit.  So  ist  die  Zahl  der  auf  diese  Weise  versicherten  Arbeitnehmer im Jahr 2016 um fünfeinhalb Prozent auf über 600.000 Personen gestiegen.  Die  Zahl  der  Unternehmen,  die  ihren  Mitarbeitern  diese  Zusatzleistung anbieten, kletterte sogar um 27 Prozent  auf  inzwischen  fast  5.000  Betriebe.  Das zeigt, dass die bKV zunehmend auch in Betrieben mit kleineren Belegschaften nachgefragt wird.

Die  Unternehmen  zählen  das  Angebot  einer  zusätzlichen  Gesundheitsvorsorge  zu  den  wichtigsten  Zusatzleistungen  für  ihre  Angestellten.  Und  auch  den  Arbeitnehmern ist diese Form der Absicherung gegen  Krankheitsrisiken  oft  wichtiger  als  andere  Vergünstigungen  des  Arbeitgebers.  Schon  bei  früheren  Umfragen  hatten  sie  der  bKV  den  Vorzug  vor  Firmen-Extras  wie  etwa  Tickets  für  den  Personennahverkehr  oder  Mobiltelefonen  gegeben.  Mittlerweile  wäre  jedem  vierten  Arbeitnehmer  eine  vom  Chef  bezahlte  private  Krankenzusatzversicherung  sogar  wichtiger als eine Gehaltserhöhung.

Damit  ist  die  bKV  ein  bedeutsames  Instrument bei der Werbung um qualifizierte Arbeitskräfte – angesichts der demografischen  Entwicklung  und  dem  mit  ihr  verbundenen Fachkräftemangel ein nicht zu unterschätzender  Faktor.  Ob  Unternehmen  qualifizierte  Fachkräfte  anwerben  und  dauerhaft  an  sich  binden  können,  hängt  in  Zukunft  immer  stärker  davon  ab, welche Zusatzleistungen sie anbieten. Mit  einer  bKV  signalisieren  die  Betriebe,  dass  sie  die  Bedürfnisse  ihrer  Mitarbeiter  ernst  nehmen.  Außerdem  stellen  die  Unternehmen damit eine verbesserte medizinische  Versorgung  ihrer  Belegschaft  sicher.  So  können  krankheitsbedingte  Ausfallzeiten  und  Frühverrentungen  reduziert beziehungsweise vermieden werden.  Eine  effiziente  Heilbehandlung  und  die schnelle Genesung liegen aber natürlich  auch  im  persönlichen  Interesse  der  Mitarbeiter.

Die  führenden  Kriterien  bei  der  Wahl  des Arbeitgebers sind zwar nach wie vor das  Gehalt  und  die  Arbeitsbedingungen.  Doch  zusätzliche  Anreize  wie  Altersvorsorge,  Weiterbildung  und  insbesondere  Zusatzangebote  rund  um  das  Thema  Gesundheit  spielen  eine  immer  größere  Rolle.  Den  Wert  und  den  Nutzen  einer  bKV  lernen  die  Mitarbeiter  spätestens  im  Leistungsfall  zu  schätzen,  wenn  sie  beispielsweise  von  dem  zusätzlichen  Angebot  der  Vorsorgeuntersuchungen  oder der Behandlung als Privatpatient im Krankenhaus profitieren können.

Das bKV-Leistungsspektrum entspricht in der  Regel  weitgehend  dem  der  etablierten  Privaten  Krankenversicherung  und  kann  flexibel  an  das  jeweilige  Unternehmen angepasst werden. Zu den Bausteinen, aus denen die Unternehmen wählen können, zählen die Zahnzusatzversicherung, Zusatzversicherungen im ambulanten Bereich oder im Krankenhaus sowie Krankentagegeld- oder Auslandskrankenversicherungen. Bislang werden am häufigsten Zahnzusatzversicherungen abgeschlossen, gefolgt von Angeboten zur besseren Krankenhausversorgung. Hinzu kommen weitere Leistungen, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht oder nicht mehr bezahlt werden – wie etwa Brillen oder die Behandlung beim Heilpraktiker. Arbeitgeber können sich entsprechend ihres Budgets und ihrer Präferenzen auch für Kombiprodukte entscheiden.

Mehr als 20 Unternehmen der Privaten Krankenversicherung bieten bKV-Tarife an. Interessierte Betriebe schließen dann jeweils einen Gruppen- oder Rahmenversicherungsvertrag ab, dem der einzelne Mitarbeiter als Versicherungsnehmerbeitreten kann. Die Kosten können vom Arbeitgeber entweder in vollem Umfanggetragen werden oder er beteiligt sich mit Zuschüssen. Alternativ besteht die Möglichkeit, dass das Unternehmen einen Gruppentarifvertrag anbietet, beidem die Beiträge von den Arbeitnehmern komplett alleine getragen werden. Diese profitieren dann vor allem von Sonderkonditionenwie etwa reduzierten Preisen oder einem erleichterten Zugang zum Versicherungsschutz, etwa durch eine garantierte Aufnahme oder den Wegfall von Wartezeiten. Voraussetzung für die Sonderkonditionen ist in aller Regel eine Mindestanzahl von Versicherten beziehungsweise die Erfüllung einer bestimmten Versichertenquote innerhalb der Belegschaft. Oft können bei einer bKV auch die Angehörigen der Mitarbeiter von den Vorteilen profitieren.

Für den Arbeitgeber sind seine Aufwendungen für die bKV als Betriebsausgaben steuerlich abzugsfähig. Für Arbeitnehmer ist die bKV heute leider nicht mehr steuer- und sozialabgabenfrei. Die Finanzverwaltung behandelt die bKV seit einigen Jahren wie Barlohn, der voll versteuert werden muss. Früher wurde die bKV hingegen lange Zeit als Sachbezug gewertet, für den bestimmte Freibeträge gelten. Es wäre gut, wenn der Gesetzgeber sich wieder zu einer steuerlichen Berücksichtigungsfähigkeit der bKV entschließen könnte, um diese sinnvolle Absicherungsmöglichkeit zum Nutzen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern noch attraktiver zu machen.

Das wachsende Interesse an der bKV zeigt nicht zuletzt, dass Unternehmen und Belegschaften in Eigenverantwortung Lösungsmöglichkeiten für eine zusätzliche Absicherung im Krankheitsfallfinden können, die Vorteile für alle Beteiligten bieten. Und das Ganze funktioniert komplett ohne gesetzliche Vorschriften und Regulierungen. Das sollte vor allem diejenigen nachdenklich machen, die ein einheitliches Krankenversicherungssystem in Deutschland fordern: Maßgeschneiderte Lösungen lassen sich eben nicht staatlich verordnen, sondern immer nur nach individuellen Präferenzen finden.

Umfassende Informationen zum politischen Handlungsbedarf und zur wirtschaftlichen Bedeutung der betrieblichen Krankenversicherung

 

 

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