Meldung 16. März 2026

Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler aus Hannover tauschten sich auf einem Workshop über Herausforderungen der Prävention und Gesundheitsförderung in Schulen aus. Viele der teilnehmenden Schulen durchlaufen derzeit ein vom PKV-Verband gefördertes Programm.

Schulen sind für Kinder und Jugendliche nicht nur für die Vermittlung von Wissen, sondern auch für ihre individuelle Entwicklung ein zentraler Ort. Hier sammeln junge Menschen grundlegende Erfahrungen und bilden Verhaltensweisen – sei es im Umgang mit Ernährung, Bewegung, Suchtmitteln oder digitalen Medien oder in ihrer psychosozialen Entwicklung. Prävention und Gesundheitsförderung in Schulen sind daher keine Kür, sondern Pflicht. 

Michael Schwarz vom Unterstützungsmanagement der Stadt Hannover, Fachbereich Schule, gab zum Start einen Impuls für alle Teilnehmenden.

Austausch als Motor der Entwicklung

Wie diese Aufgabe erfolgreich bewältigt werden kann, war Thema des Vernetzungstreffens zu dem die Stadt Hannover, das Schulamt Hannover sowie die FINDER Akademie in die Venture Villa in der niedersächsischen Landeshauptstadt eingeladen hatten. Einen wichtigen Schritt hatten die eingeladenen Schulen dabei bereits getan: Mithilfe des Programms „Weitblick – Gesunde Schule hat Methode“, das der PKV-Verband gemeinsam mit der FINDER Akademie umsetzt, sowie dessen Schwesterprogramm “Schools that Care” hatten sie sich bereits auf den Weg gemacht, Prävention systematisch und nachhaltig in ihrem Schulalltag zu verankern.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Fragen rund um wirksame Prävention: Was braucht es wirklich? Welche Rolle spielen Beziehungsqualität, Kommunikation, Ressourcen und Beteiligung? Einigkeit herrschte darüber, dass nachhaltige Prävention Zeit braucht – und einen langen Atem.

Bereits im Grußwort machte Eva Bender, Dezernentin für Bildung und Kultur der Landeshauptstadt Hannover, die Wertschätzung für die geleistete Arbeit deutlich: „An Schulen ist richtig viel los" – und zollte den Beteiligten ausdrücklich Respekt für ihr Engagement und ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Prävention.

Katrin Hayn von der FINDER Akademie beim Workshop zum Thema Substanzkonsum

Drei Workshops, drei Perspektiven

In drei Workshops wurden anschließend konkrete Themen vertieft. Basis der Diskussionen waren dabei erste Daten aus den Befragungen im Rahmen des Prozesses der jeweiligen Programme, die sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede bei den Voraussetzungen und Herausforderungen der Schulen sichtbar machten.  

In einem Workshop zu Religion als möglichem Schutzfaktor wurde diskutiert, wie religiöse Zugehörigkeit sowohl Ressource als auch Herausforderung sein kann – mit Blick auf Werte, Gemeinschaft und Kooperationen mit außerschulischen Einrichtungen. In einem weiteren Workshop standen Klassenräte im Fokus, die klug eingesetzt die Identifizierung der Schülerinnen und Schüler mit ihrer Schule fördern und zugleich ein Best Practice für gelebte Demokratie darstellen können. Der dritte Workshop widmete sich dem Substanzkonsum: Insbesondere der riskante Konsum von Vapes, Cannabis und Alkohol beschäftigt viele Schulen. Dabei war Konsens, dass ein starkes Netzwerk nötig ist – aus Familie, Vereinen, Schule und weiteren Akteuren – welches Risikofaktoren mindert und Schutzfaktoren stärkt. 

Beziehung als Schlüssel – und Weitblick als Methode

Als gemeinsame Erkenntnis zog sich durch alle Diskussionen: Eine gute Beziehung zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern ist das A und O. Zudem müssen Präventionsmaßnahmen zur jeweiligen Schule passen, regelmäßig evaluiert werden und langfristig wirken – nicht als flüchtige Projekte, sondern als Teil der Schulkultur. Genau diesen Ansatz verfolgt das Projekt Weitblick: Ausgehend von einer Befragung der Schülerschaft werden die Risiko- aber auch Schutzfaktoren einer Schule identifiziert und darauf aufbauend gemeinsam mit einem schulinternen Steuerungskreis ein individuelles Präventionskonzept entwickelt und nachhaltig umgesetzt.