Kapitaldeckung als zentraler Hebel
„Die Menschen sind zu Reformen bereit, wenn sie sehen, dass es ihnen damit besser gehen wird”, pflichtete Reddig nun bei und warb für mehr kapitalgedeckte Vorsorge. Reddig sieht darin den entscheidenden “Gamechanger” für die Sozialsysteme.
Der SPD-Abgeordnete Philipp Rottwilm unterstützte Reddig hier ausdrücklich: „Wir brauchen mehr Kapitaldeckung, das gilt für alle Säulen." Mit Blick auf verbreitete Skepsis sagt er: „Wir zocken nicht mit der Rente, sondern investieren über Jahrzehnte und sichern die Altersvorsorge." Sein Beispiel: Schweden. Das Land habe die Kapitaldeckung vor 20 Jahren eingeführt und erziele seither Renditen von rund 8,6 Prozent. Die neue Frühstart-Rente, die ab 2027 greifen soll, sieht er als Modell – auch für andere Bereiche wie die Pflege. Auch Sandra Stein bringt für die Pflege einen staatlich organisierten Pflegevorsorgefonds nach skandinavischem Vorbild ins Spiel, fordert dafür aber klare Schutzmechanismen, damit der Staat das Geld nicht zweckentfremdet.
Am Ende verbleiben die drei jungen Abgeordneten optimistisch: „Wir sind an einem Punkt, an dem wir es noch umkehren können", fasste Pascal Reddig die gemeinsame Überzeugung parteiübergreifend zusammen. Entscheidend bleibe, mit dem vorhandenen Geld auszukommen und den Spielraum jüngerer Generationen nicht weiter einzuengen. Hier deckt sich die Sicht der Abgeordneten mit der PKV-Position. Die Politik setzt den verlässlichen Rahmen - und definiert zugleich, wo Bürgerinnen und Bürger selbst vorsorgen sollten.