Meldung 11. Juni 2026

Wie bleiben Rente, Gesundheit und Pflege bezahlbar – und zugleich gerecht für die nachfolgenden Generationen? Die Frage stand bei der PKV-Jahrestagung im Zentrum der Debatte. Das zeigte besonders die Podiumsdiskussion der drei Bundestagsabgeordneten der jüngeren Generation.

Dr. Philipp Rottwilm MdB, SPD - Bundestagsfraktion, Sandra Stein MdB, Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Pascal Reddig MdB, Vorsitzender der Jungen Gruppe, CDU/CSU-Bundestagsfraktion (vlnr)

Wie sieht es mit der Reformierbarkeit unserer Sozialsysteme aus? Das ist aktuell die Gretchenfrage politischer Handlungsfähigkeit. Denn die Ausgangslage setzt die Politik unter Zugzwang. Den immensen Handlungsbedarf zeigte auf der PKV-Jahrestagung die Wirtschaftsweise Prof. Dr. Grimm auf. 

Über die Frage der Reformierbarkeit und der Generationengerechtigkeit des Landes diskutierten auf der Veranstaltung drei Mitglieder des Deutschen Bundestages: Sandra Stein (Grüne), Philipp Rottwilm (SPD) und Pascal Reddig (CDU). Das Panel mit dem Titel „Versprechen unter Druck: Wie bleiben die Systeme sozialer Sicherheit finanzierbar und generationengerecht?" war einer der Höhepunkte der PKV-Jahrestagung 2026.

Was die drei Abgeordneten eint: Sie befinden sich in ihrer ersten Legislatur im Deutschen Bundestag. Zudem treibt sie die Frage nach Generationengerechtigkeit in ihrem politischen Handeln um. Ihre Überzeugung: Generationengerechtigkeit sollte vielmehr Leitplanke staatlichen Handelns sein.

Pascal Reddig vertritt die Union in der Rentenkommission, die Ende des Monats ihre Vorschläge vorlegen soll. Zugleich ist er Vorsitzender der Jungen Gruppe von CDU/ CSU im Bundestag. Und auch in der Runde auf der PKV-Bühne war er der jüngste der drei Abgeordneten. Er zeigte sich überzeugt: Für Generationengerechtigkeit sollte nicht nur eine bestimmte Gruppe eintreten. Vielmehr gehe das Thema alle an. Reddig: „Wenn wir einfach so weitermachen, werden wir uns das schlichtweg nicht mehr leisten können."

Trotz der parteipolitischen Grenzen auf dem Podium zeigte sich hier schnell eine ganz große Koalition: Auch Sandra Stein betonte die Schieflage zwischen den Generationen: „Diejenigen, die jetzt in Rente gehen, hatten viele Jahre mit deutlich niedrigeren Sozialabgaben." Als Unternehmerin aus einem Handwerksbetrieb kennt sie die Belastung aus eigener Anschauung. Manche Betriebe trügen 80 Prozent Personalkosten. Den Beschäftigten bleibe zugleich „weniger Netto vom Brutto".

Kapitaldeckung als zentraler Hebel

„Die Menschen sind zu Reformen bereit, wenn sie sehen, dass es ihnen damit besser gehen wird”, pflichtete Reddig nun bei und warb für mehr kapitalgedeckte Vorsorge. Reddig sieht darin den entscheidenden “Gamechanger” für die Sozialsysteme.

Der SPD-Abgeordnete Philipp Rottwilm unterstützte Reddig hier ausdrücklich: „Wir brauchen mehr Kapitaldeckung, das gilt für alle Säulen." Mit Blick auf verbreitete Skepsis sagt er: „Wir zocken nicht mit der Rente, sondern investieren über Jahrzehnte und sichern die Altersvorsorge." Sein Beispiel: Schweden. Das Land habe die Kapitaldeckung vor 20 Jahren eingeführt und erziele seither Renditen von rund 8,6 Prozent. Die neue Frühstart-Rente, die ab 2027 greifen soll, sieht er als Modell – auch für andere Bereiche wie die Pflege. Auch Sandra Stein bringt für die Pflege einen staatlich organisierten Pflegevorsorgefonds nach skandinavischem Vorbild ins Spiel, fordert dafür aber klare Schutzmechanismen, damit der Staat das Geld nicht zweckentfremdet.

Am Ende verbleiben die drei jungen Abgeordneten optimistisch: „Wir sind an einem Punkt, an dem wir es noch umkehren können", fasste Pascal Reddig die gemeinsame Überzeugung parteiübergreifend zusammen. Entscheidend bleibe, mit dem vorhandenen Geld auszukommen und den Spielraum jüngerer Generationen nicht weiter einzuengen. Hier deckt sich die Sicht der Abgeordneten mit der PKV-Position. Die Politik setzt den verlässlichen Rahmen - und definiert zugleich, wo Bürgerinnen und Bürger selbst vorsorgen sollten.

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