Meldung 05. Juni 2026

Der Entwurf der Pflegereform von Gesundheitsministerin Warken weist in die richtige Richtung, bleibt aber halbherzig: Mehr Einnahmen ersetzen keine Strukturreform. Der PKV-Verband fordert mehr Kapitaldeckung und echte Generationengerechtigkeit statt aufgeschobener Lasten.

Warnt vor verheerendem Signal an jüngere Generationen: Verbandsdirektor Florian Reuther

Bundesgesundheitsministerin Warken leitet in der Pflege die dringend erforderlichen Korrekturen ein. Aus Sicht des PKV-Verbands geht der Entwurf in die richtige Richtung, greift an entscheidenden Punkten aber zu kurz: Mehr Geld allein schafft keine tragfähigen Strukturen – und der geplante Sondereingriff bei der Beitragsbemessungsgrenze belastet sowohl den Wirtschaftsstandort als auch die jüngeren Generationen.

PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther: “Um das System dauerhaft tragfähig zu halten, muss die Pflegeversicherung ihre Leistungen stärker auf diejenigen ausrichten, die wirklich auf sie angewiesen sind. Die Finanzprobleme der sozialen Pflegeversicherung löst die Reform bestenfalls kurzfristig. Zusätzliche Einnahmen ersetzen keine Strukturreformen. Die geplante Sonderanhebung der Beitragsbemessungsgrenze sendet ein verheerendes Signal für den Wirtschaftsstandort und die jüngeren Generationen.”

In Richtung der jungen Menschen hatte Ministerin Warken bereits vor Tagen gegenüber der Rheinischen Post gesagt: "An der finanziellen Situation der Pflegeversicherung gibt es schon länger nichts mehr zu beschönigen: Seit einiger Zeit kann die Liquidität regelmäßig nur durch Darlehen des Bundes gesichert werden. Das ist weder nachhaltig noch generationengerecht."  

Machen statt Prüfen - Kapitaldeckung als Teil der Lösung

Nun liefert die Reform keine nachhaltigen Antworten auf die Herausforderungen des demografischen Wandels. Florian Reuther: “Wenn die Leistungen im Umlagesystem künftig auch noch regelmäßig steigen sollen, wird das die Probleme weiter verschärfen.” Kritisch sieht er auch, dass die Förderung der privaten Pflegezusatzversicherung laut Entwurf lediglich geprüft werden soll. Offenbar scheitert der dringend notwendige Einstieg in die kapitalgedeckte Vorsorge am Finanzminister. Reuther: “So verschenken wir wertvolle Zeit, die wir benötigen, um das System zukunftssicher und generationengerecht aufzustellen. Prüfaufträge werden der Situation nicht mehr gerecht - machen ist notwendig.”

Der Ansatz des PKV-Verbands: Generationengerechtigkeit durch eine starke Grundabsicherung plus private, kapitalgedeckte Vorsorge. So werden Lasten nicht weiter in die Zukunft verschoben, jede Generation beteiligt sich an der Finanzierung ihrer eigenen Pflegekosten.