Warum ist die DiPag insbesondere für die PKV eine so wichtige Anwendung?
Sie ist die erste PKV-orientierte Anwendung in der Telematikinfrastruktur (TI), die durch das starke Engagement der PKV-Branche gesetzlich verankert wurde. Als Gesellschafter der gematik sind wir an jeglicher Finanzierung der TI-Komponenten beteiligt – unabhängig davon, ob Privatversicherte sie nutzen können oder nicht. Mit der DiPag werden wir neben der ePA und dem E-Rezept eine weitere Anwendung haben, von deren Mehrwerten insbesondere Privatversicherte profitieren.
Der Nutzen für Versicherte wird sehr schnell klar. Was bedeutet die DiPag für die PKV-Unternehmen?
Die DiPag geht tatsächlich weit über die reine Digitalisierung des Rechnungsversands hinaus. Sie liefert den Unternehmen standardisierte und strukturierte Rechnungsdaten. Das ist ein echter Qualitätssprung – bisher müssen eingereichte Rechnungen häufig aus Scans oder abfotografierten Belegen ausgelesen werden. Das ist ein fehleranfälliger Prozess. Mit der DiPag liegen die Daten von Beginn an in einem einheitlichen, maschinenlesbaren Format vor. Dadurch steigt die Datenqualität erheblich und Prüfprozesse können automatisiert und dadurch beschleunigt werden. Am Ende profitieren von schnelleren Prüfprozessen natürlich auch die Versicherten.
Die DiPag startet mit einem Fokus auf Rechnungen nach GOÄ und GOZ – was passiert danach?
Die DiPag soll sich auf jeden Fall weiter entwickeln: In weiteren Ausbaustufen sollen beispielsweise auch Heilmittelerbringer, Pflegeeinrichtungen und Hilfsmittelerbringer die DiPag nutzen können. Damit wird nicht nur der Kreis der angebundenen Leistungserbringer erweitert, sondern auch der Gedanke eines zentralen Ortes für Rechnungen aus dem Gesundheitswesen gestärkt. Gleichzeitig planen wir, rechnungsbegründende Unterlagen wie ärztliche Verordnungen oder Leistungsnach weise direkt mit der Rechnung zu verknüpfen. Versicherte können dann also alle zur Prüfung notwendigen Unterlagen gebündelt in einem Schritt einreichen – das vereinfacht den gesamten Prozess erheblich.