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Wann muss ich zurück in die GKV, und was kann ich dagegen tun?

Sie müssen von der PKV in die GKV wechseln, wenn Sie dort versicherungspflichtig werden. In manchen Situationen können Sie sich von der Versicherungspflicht befreien lassen und privat versichert bleiben. Ist eine Befreiung nicht möglich, eine spätere Rückkehr in die PKV aber realistisch, empfiehlt sich eine Anwartschaftsversicherung.

Versicherungspflicht entsteht nach § 5 SGB V insbesondere in den folgenden Situationen:

  • Arbeitnehmertätigkeit mit einem Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze (2017: 57.600 Euro; für Arbeitnehmer, die bereits am 31. Dezember 2002 ein Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze hatten und privat versichert waren, gilt aus Bestandsschutzgründen eine niedrigere Grenze von 52.200 Euro im Jahr 2017.) Dabei ist es irrelevant, ob Sie erstmalig angestellt werden (z. B. nach Wechsel aus der Selbständigkeit), den Arbeitgeber wechseln, Ihr Gehalt sinkt oder die Versicherungspflichtgrenze angehoben wird und Ihr Gehalt übersteigt.
  • Erhalt von Arbeitslosengeld I oder Unterhaltsgeld
  • Aufnahme eines Studiums

Der Bezug von Arbeitslosengeld (ALG) löst zwar Versicherungspflicht in der Gesetzlichen Krankenversicherung aus. Wer aber privat versichert ist und ALG II erhält, bleibt privat versichert.

Wer 55 Jahre oder älter ist und in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert war, wird nicht mehr in der Gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig und bleibt privat versichert.


Wann kann ich mich von der Versicherungspflicht in der GKV befreien lassen?

Als Privatversicherter können Sie sich nach § 8 SGB V in bestimmten Situationen von der Versicherungspflicht befreien lassen:

  • Die Versicherungspflichtgrenze wird angehoben und übersteigt nur deshalb Ihr Gehalt.
  • Sie erhalten Arbeitslosen- oder Unterhaltsgeld und waren in den letzten 5 Jahren nicht gesetzlich krankenversichert.
  • Sie arbeiten im Rahmen der Elternzeit höchstens 30 Stunden wöchentlich (§ 1 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz).
  • Sie reduzieren Ihre regelmäßige Arbeitszeit während einer Pflegezeit oder Familienpflegezeit (§ 3 Pflegezeitgesetz, § 2 Familienpflegezeitgesetz).
  • Sie reduzieren Ihre Arbeitszeit auf maximal die Hälfte der Arbeitszeit vergleichbarer Vollbeschäftigter des Betriebes und sind seit mindestens 5 Jahren aufgrund Ihres Einkommens versicherungsfrei. Das gilt auch, wenn Sie für die Teilzeitbeschäftigung den Arbeitgeber wechseln.

Besonderheit: Teilzeit nach der Elternzeit, Pflegezeit etc.

Wenn Sie Elternzeit, Pflegezeit oder Familienpflegezeit – auch inkl. Nachpflegephase – in Anspruch genommen haben und eine Teilzeitbeschäftigung aufnehmen, wird Ihre „Auszeit“ bei der 5-Jahresfrist mit berücksichtigt. Waren Sie also z. B. 3 Jahre als Arbeitnehmerin in Vollzeit privat versichert und haben dann 2 Jahre Elternzeit genommen, können Sie sich bei Wiederaufnahme Ihrer Arbeit als Teilzeitbeschäftigung von der Versicherungspflicht befreien lassen. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie bei Vollzeitbeschäftigung ein Einkommen über der aktuellen Versicherungspflichtgrenze hätten.


  • Sie werden durch die Aufnahme eines Studiums oder durch ein im Studium vorgeschriebenes Praktikum versicherungspflichtig.
  • Sie nehmen an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben teil.
  • Sie sind aufgrund Ihrer Behinderung in einer Einrichtung für behinderte Menschen tätig (§ 5 Abs. 1 Nr. 7 bzw. 8 SGB V).

Um privat versichert zu bleiben, müssen Sie innerhalb von 3 Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht einen Befreiungsantrag bei einer gesetzlichen Krankenkasse stellen. Die Befreiung kann nicht widerrufen werden; sie dauert so lange an wie der Grund, der zur Befreiung geführt hat (die Teilzeitbeschäftigung, der Erhalt von Arbeitslosengeld, das Studium,…). Ändert sich die Situation, stellt sich die Frage erneut, ob Sie versicherungsfrei oder -pflichtig sind.

Haben Sie als Privatversicherter das Recht, über einen Angehörigen in die gesetzliche Familienversicherung zu wechseln, können Sie frei entscheiden, ob sie privat versichert bleiben oder die Familienversicherung in Anspruch nehmen. Bei Ihrer Entscheidung sind Sie an keine Fristen gebunden.

Darf ich meine Private Krankenversicherung parallel zur GKV behalten?

Grundsätzlich können Sie gleichzeitig privat und gesetzlich versichert sein. Sie müssen dann für beide Versicherungen einen Beitrag entrichten, können allerdings nur jeweils Leistungen aus einer Versicherung erhalten. Bei jeder Behandlung durch einen Arzt, im Krankenhaus etc. können und müssen Sie sich also entscheiden, ob Sie sich als privat oder gesetzlich Versicherter behandeln lassen. In dem einen Fall erhalten Sie eine Rechnung, die Sie sich von Ihrer PKV erstatten lassen können, im anderen Fall müssen Sie nur Ihre gesetzliche Krankenkassenkarte vorlegen.

Beachten Sie bitte: Wenn Sie versicherungspflichtig in der GKV werden, müssen Sie das private Versicherungsunternehmen unverzüglich darüber informieren – auch wenn Sie die private Krankenversicherung nicht kündigen wollen.