Die Nationale Coronavirus-Teststrategie der Bundesregierung wird laufend an die aktuellen Pandemiebedingungen angepasst. Was bedeutet das für die Versorgung von Privatpatienten?


Tests auf COVID-19 sind ein wichtiges Mittel, um Infektionsfälle möglichst schnell zu entdecken und die Betroffenen isolieren zu können. So sollen Infektionsketten unterbrochen und weitere Ansteckungen verhindert werden. Dennoch ist auch ein negativer Corona-Test nur eine Momentaufnahme und entbindet nicht von Hygiene- und Schutzmaßnahmen.

Die Regelungen für Testungen werden von der Bundesregierung regelmäßig in Testverordnungen aktualisiert. Letztmalig wurde diese am 29. Juni 2022 angepasst. Zur neuesten Testverordnung + Zur Teststrategie der Bundesregierung

Die wichtigsten Punkte der Testverordnung vom 29. Juni 2022

1. Anspruch auf kostenlose Tests haben:

  • Kinder bis 5 Jahre
  • Schwangere im ersten Trimester
  • Krankenhaus- und Pflegeheimbesucher
  • Haushaltsangehörige von Infizierten
  • Bewohner von Einrichtungen der Eingliederungshilfe
  • Menschen, die sich nicht impfen lassen können
  • Menschen mit Behinderungen, die Leistungen nach §29 SGB IX erhalten und Personen, die bei diesen nach §29 SGB IX beschäftigt sind
  • pflegende Angehörige und weitere Pflegepersonen im Sinne des §19 Satz 1 SGB XI

2. Einen Bürgertest gegen 3 Euro Eigenbeteiligung erhalten Bürgerinnen und Bürger

  • vor Risikoexposition: Das gilt zum Beispiel vor Besuchen von Innenraumveranstaltungen, Konzerten, Theaterbesuchen etc.
  • für den Fall, dass die Corona-Warn-App eine rote Kachel zeigt.

3. Symptomatische Patientinnen und Patienten sollten zum Arzt gehen und sich dort testen lassen.

Wann übernimmt die PKV die Corona-Testkosten?

  • Liegen bei einem Privatversicherten Krankheitssymptome vor und wird dann ein Test ärztlich angeordnet, handelt es sich um einen Versicherungsfall, der wie bei allen anderen Erkrankungen auch nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet wird. 
  • Nach dem Regelhöchstsatz kostet der PCR-Test circa 147 Euro für die Labordiagnostik (GOÄ-Nr. 4780, 4782, 4783, 4785) und rund 27 Euro für die Abstrichentnahme (GOÄ-Nr. 1,5 298). Im Fall eines Antigen-Schnelltests können Mediziner für die Labordiagnostik 16,76 Euro berechnen (GOÄ-Nr. 4648); hinzu kommen ebenfalls rund 27 Euro für die Abstrichentnahme.

In welchen Fällen tragen Dritte die Testkosten?

Oft müssen Privatversicherte einen Corona-Test weder selbst bezahlen, noch müssen sie die Rechnung bei ihrem Krankenversicherer einreichen. Denn der Gesetzgeber hat die Kostenübernahme in vielen Fällen insbesondere in der Coronavirus-Testverordnung anders geregelt. Wer wann für einen Corona-Test aufkommt, haben wir untenstehend zusammengetragen.

Nach der Coranavirus-Testverordnung kann der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) Tests anordnen, durchführen oder beauftragen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn man einen Risikokontakt hatte. In diesen Fällen liegt kein Versicherungsfall der PKV vor. Privatversicherten wird daher keine Rechnung ausgehändigt; die Kosten werden vom ÖGD über den Gesundheitsfonds abgerechnet.

Die Kosten für eine bestätigende Diagnostik eines positiven Antigen-Schnelltests durch einen PCR-Test werden sowohl für GKV- als auch PKV-Versicherte vom Gesundheitsfonds übernommen. Da es sich hierbei nicht um einen Versicherungsfall handelt, erstattet die Private Krankenversicherung hierfür hingegen keine Kosten.

Meldet die Corona-Warn-App eine mögliche Risikobegegnung, erhalten die Nutzenden den Hinweis, die Hausarztpraxis, den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder das Gesundheitsamt zu kontaktieren und dort das weitere Vorgehen abzustimmen. Es kann ebenfalls ein Test gegen die Zahlung von 3 Euro gemacht werden. Nur wenn dieser (oder ein Selbsttest) positiv ausfällt kann ein kostenloser PCR-Test gemacht werden. Ist das der Fall, wird der PCR-Test auch bei Privatpatienten aus dem Gesundheitsfonds bezahlt.

Alle Versicherten erhalten ein Formular mit einem QR-Code, mit dem das Testergebnis über die Corona-Warn-App abgerufen werden kann. Verwendet die Hausarztpraxis das Formular ausnahmsweise nicht, können die Versicherten die für die Corona-App benötigte TAN auch über die hierfür eingerichtete Hotline erfragen. Weitere Hinweise finden Sie auf dieser Website des BMG

 

Seit dem 12. Februar 2022 besteht kein Anspruch mehr auf eine Kostenübernahme für einen Test zur Bestimmung einer Virusvariante.

Wer ins Krankenhaus muss, wird in der Regel vor der Aufnahme auf das Corona-Virus getestet. Die Kosten, die dem Krankenhaus im Rahmen einer stationären Behandlung für die Corona-Testung entstehen, werden über ein sog. Zusatzentgelt vergütet. Dieses Zusatzentgelt wird als allgemeine Krankenhausleistung von der GKV bzw. PKV übernommen.

Für ambulante Operationen gilt: Privatversicherten dürfen die Testkosten nicht in Rechnung gestellt werden. Diese werden nach der Coronavirus-Testverordnung vom Gesundheitsfonds übernommen.

Wichtig: Routinemäßige Coronatests als symptomlose Standardtestungen können nicht als wahlärztliche Leistungen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet werden.Mehr Informationen dazu unter: www.derprivatpatient.de

Seit dem 12. Februar 2022 ist zur Freitestung nach einer Covvid-19-Erkrankung kein PCR-Test mehr erforderlich. Hierfür reicht ein überwachter Antigen-Schnelltest - zum Beispiel in einem offiziellen Testzentrum aus. 

Wann man sich nach einer Covid-19-Erkrankung mittels eines Tests zur Beendigung der Isolation freitesten kann, regeln die Bundesländer in eigenen Verordnungen. In der Regel ist darin festgehalten, dass sich Betroffene freitesten können, wenn sie eine bestimmte Anzahl an Tagen symptomfrei sind. Bei der Freitestung handelt es um eine Maßnahme des Infektionsschutzes, welche vom Gesundheitsfonds zu übernehmen ist. Privatversicherten kann der Test nicht in Rechnung gestellt werden. Im Übrigen liegt bei Symptomfreiheit keine Erkrankung mehr im Sinne der Versicherungsbedingungen in der Privaten Krankenversicherung vor, sodass die Kosten nicht von den Versicherungsunternehmen zu erstatten wären.

 

Veranlassen Dritte, beispielsweise Arbeitgeber, die nicht in der Coronavirus-Testverordnung genannt werden, in ihrem Eigeninteresse (Arbeitsschutz) das Testen ihrer Beschäftigten, so haben sie auch für die Kosten dieser Test aufzukommen. Diese Regelung gilt selbstverständlich auch bei privatversicherten Beschäftigten.

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