Die Nationale Coronavirus-Teststrategie der Bundesregierung wird laufend an die aktuellen Pandemiebedingungen angepasst. Was bedeutet das für die Versorgung von Privatpatienten?

Tests auf COVID-19 sind ein wichtiges Mittel, um Infektionsfälle möglichst schnell zu entdecken und die Betroffenen isolieren zu können. So sollen Infektionsketten unterbrochen und weitere Ansteckungen verhindert werden. Dennoch ist auch ein negativer Corona-Test nur eine Momentaufnahme und entbindet nicht von Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Mehr zur Nationalen Teststrategie der Bundesregierung: www.bundesgesundheitsministerium.de/coronatest

Welche Möglichkeiten gibt es, das Corona-Virus nachzuweisen?

Neben den üblichen PCR-Tests (beziehungsweise ähnlichen Methoden zum Nachweis einer Infektion) berücksichtigt die Nationale Teststrategie auch den Einsatz von deutlich günstigeren Antigen-Schnelltests. Zum 11. Oktober 2021 wurden die kostenfreien sogenannten „Bürgertests“ für Personen ohne coronaspezifische Symptome zunächst abgeschafft. Angesichts wieder steigender Infektionszahlen wurden sie jedoch zum 13. November wieder eingeführt. Das geht aus der aktuellen Testverordnung hervor. Demnach haben Bürgerinnen und Bürger unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus mindestens einmal pro Woche Anspruch auf einen kostenlosen Antigen-Schnelltest.

Die Ergebnisse von Schnelltests sind weniger sicher und weniger genau als die der PCR-Tests. Das Robert Koch-Institut empfiehlt daher, sie nur bei Personen anzuwenden, bei denen es nicht zu schwerwiegenden Konsequenzen wie weiteren Ansteckungen beispielsweise bei Risikogruppen führt, wenn der Test trotz Infektion ein negatives Ergebnis anzeigt. Positive Schnelltest-Ergebnisse sollten grundsätzlich mittels PCR-Test bestätigt werden. Mehr Informationen zu Fragen und Antworten rund um die Antigen-Schnelltests

Wichtig: Ein positiver Selbsttest sollte – auch wenn dieser nicht meldepflichtig ist – unbedingt durch einen PCR-Test bestätigt werden. Betroffene können sich an ihren Hausarzt oder die Telefonnummer 116 117 wenden. Bis zum Ergebnis sollte man zu Hause bleiben.

Nach einem positiven Schnelltest in einem Testzentrum besteht die Möglichkeit, gleich vor Ort einen PCR-Test abnehmen zu lassen. Positive Ergebnisse von Antigen-Schnelltests, die von geschultem Personal durchgeführt werden, sind meldepflichtig.

Wann übernimmt die PKV die Corona-Testkosten?

Die Grundlagen für eine Kostenübernahme hat die Bundesregierung in einer Testverordnung festgelegt. Die derzeit gültige Coronavirus-Testverordnung (TestV) wurde am 21. September 2021 veröffentlicht.
 

  • Liegen bei einem Privatversicherten Krankheitssymptome vor und wird dann ein Test ärztlich angeordnet, handelt es sich um einen Versicherungsfall, der wie bei allen anderen Erkrankungen auch nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet wird. Die Versicherten erhalten wie üblich eine Rechnung, die sie zur Erstattung bei ihrem Versicherer einreichen können.
  • Nach dem Regelhöchstsatz kostet der PCR-Test circa 147 Euro für die Labordiagnostik (GOÄ-Nr. 4780, 4782, 4783, 4785) und rund 27 Euro zuzüglich Hygienepauschale (bis 31. Dezember 2021) in Höhe von 6,41 Euro für die Abstrichentnahme (GOÄ-Nr. 1,5 298; 245 analog). Im Fall eines Antigen-Schnelltests können Mediziner für die Labordiagnostik 16,76 Euro berechnen (GOÄ-Nr. 4648); hinzu kommen – wie beim PCR-Test – rund 27 Euro zuzüglich Hygienepauschale (bis zum 31. Dezember 2021) in Höhe von 6,41 Euro für die Abstrichentnahme.

Wann müssen Privatversicherte die Testkosten selber tragen?

Privatversicherte müssen die Kosten für den Corona-Test selbst bezahlen, wenn es sich um eine sogenannte Wunsch- oder Verlangensleistung handelt. Das ist dann der Fall, wenn ein Test auf persönlichen Wunsch eines Versicherten durchgeführt wird,

  • ohne dass Krankheitssymptome vorliegen beziehungsweise eine medizinische Notwendigkeit gegeben ist und
  • ohne dass ein Fall der Coronavirus-Testverordnung vorliegt.

Auch die Kosten für selbst erworbene Antigen-Schnelltests (z.B. beim Discounter) werden nicht von der privaten Krankenversicherung erstattet. Es handelt sich hierbei nicht um eine medizinisch notwendige Heilbehandlung.

In welchen Fällen tragen Dritte die Testkosten?

Oft müssen Privatversicherte einen Corona-Test weder selbst bezahlen, noch müssen sie die Rechnung bei ihrem Krankenversicherer einreichen. Denn der Gesetzgeber hat die Kostenübernahme in vielen Fällen insbesondere in der Coronavirus-Testverordnung anders geregelt. Wer wann für einen Corona-Test aufkommt, haben wir untenstehend zusammengetragen.

Nach der Coranavirus-Testverordnung kann der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) Tests anordnen, durchführen oder beauftragen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn man einen Risikokontakt hatte. In diesen Fällen liegt kein Versicherungsfall der PKV vor. Privatversicherten wird daher keine Rechnung ausgehändigt; die Kosten werden vom ÖGD über den Gesundheitsfonds abgerechnet.

Meldet die Corona-Warn-App eine mögliche Risikobegegnung, erhalten die Nutzenden den Hinweis, die Hausarztpraxis, den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder das Gesundheitsamt zu kontaktieren und dort das weitere Vorgehen abzustimmen. Ein Test wird auch bei Privatpatienten aus dem Gesundheitsfonds bezahlt.

Alle Versicherten erhalten ein Formular mit einem QR-Code, mit dem das Testergebnis über die Corona-Warn-App abgerufen werden kann. Verwendet die Hausarztpraxis das Formular ausnahmsweise nicht, können die Versicherten die für die Corona-App benötigte TAN auch über die hierfür eingerichtete Hotline erfragen. Weitere Hinweise finden Sie auf dieser Website des BMG

Die Private Krankenversicherung trägt seit der Aktualisierung der Testverordnung vom 8. März 2021 nicht mehr die Kosten, wenn ein positiv ausgefallener Antigen-Schnelltest mittels PCR-Test bestätigt wird. Die bestätigende Diagnostik ist kein Versicherungsfall mehr, vielmehr werden die Kosten sowohl für GKV- als auch PKV-Versicherte vom Gesundheitsfonds übernommen.

Die Abrechnung für die spezifische Testung auf das Vorliegen einer Virusmutation erfolgt nach der Aktualisierung der Testverordnung am 8. März 2021 über den Gesundheitsfonds. Damit besteht keine Leistungspflicht für die PKV.

Wer ins Krankenhaus muss, wird in der Regel vor der Aufnahme auf das Corona-Virus getestet. Die Kosten, die dem Krankenhaus im Rahmen einer stationären Behandlung für die Corona-Testung entstehen, werden über ein sog. Zusatzentgelt vergütet. Dieses Zusatzentgelt wird als allgemeine Krankenhausleistung von der GKV bzw. PKV übernommen.

Für ambulante Operationen gilt: Privatversicherten dürfen die Testkosten nicht in Rechnung gestellt werden. Diese werden nach der Coronavirus-Testverordnung vom Gesundheitsfonds übernommen.

Wichtig: Routinemäßige Coronatests als symptomlose Standardtestungen können nicht als wahlärztliche Leistungen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet werden.Mehr Informationen dazu unter: www.derprivatpatient.de

Veranlassen Dritte, beispielsweise Arbeitgeber, die nicht in der Coronavirus-Testverordnung genannt werden, in ihrem Eigeninteresse (Arbeitsschutz) das Testen ihrer Beschäftigten, so haben sie auch für die Kosten dieser Test aufzukommen. Diese Regelung gilt selbstverständlich auch bei privatversicherten Beschäftigten.

Für Personal von Gesundheitseinrichtungen gilt laut Coronavirus-Testverordnung: Sie können sich bei erhöhtem Infektionsgeschehen in Abstimmung mit der lokalen Gesundheitsbehörde auch vorsorglich regelmäßig kostenlos testen lassen. Das gilt unter anderem für: 

  • Krankenhäuser
  • Rehabilitationseinrichtungen
  • stationäre Pflegeeinrichtungen
  • Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen
  • Einrichtungen für ambulante Operationen
  • Dialysezentren
  • Ambulante Pflegeeinrichtungen
  • Arztpraxen, Zahnarztpraxen und Praxen anderer medizinischer Heilberufe 
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