Pressemitteilung 09. Februar 2026

Privatversicherte leisten einen zentralen Beitrag zur Finanzierung der medizinischen Versorgung in Baden-Württemberg. Das zeigt der aktualisierte PKV-Regionalatlas. Vom Mehrumsatz der Privatversicherten profitieren vor allem Arztpraxen in ländlichen und strukturschwächeren Regionen.

Arztpraxen in Baden-Württemberg profitieren überproportional von der Behandlung Privatversicherter. Die zusätzlichen Einnahmen stärken vor allem die medizinische Versorgung in den Regionen und auf dem Land. Das zeigt eine aktuelle Auswertung von PKV-Regionaldaten, die der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) anlässlich des Ärztinnen- und Ärztegipfels Südwest am 11. Februar in Stuttgart veröffentlicht hat.

Der PKV-Regionalatlas für Baden-Württemberg beziffert unter anderem die zusätzlichen Einnahmen von Arztpraxen durch Privatversicherte und schlüsselt sie nach Regionen, Städten und Landkreisen auf. Diese Mehrumsätze entstehen, weil es für Ärztinnen und Ärzte bei der Behandlung von Privatpatienten weniger Beschränkungen und Budgets sowie meist höhere Honorare gibt als bei Kassenpatienten. Diese zusätzlichen Mittel können die Arztpraxen in medizinisches Fachpersonal oder moderne Geräte investieren. Davon profitieren auch ihre gesetzlich versicherten Patienten.

Bis zu 116.796 Euro zusätzlich pro Jahr je niedergelassenem

Allein in Baden-Württemberg beträgt dieser Mehrumsatz 2,16 Milliarden Euro jährlich. Obwohl nur 11,7 Prozent der Bevölkerung in Baden-Württemberg privat versichert sind, erzielen Arztpraxen und ambulante Versorgungszentren 23,8 Prozent ihrer Einnahmen aus der Behandlung von Privatpatienten. Das entspricht im Durchschnitt einem zusätzlichen Umsatz von 83.957 Euro pro Jahr und niedergelassenem Arzt.

Von diesem Geld profitieren vor allem Ärztinnen und Ärzte auf dem Land. Das liegt daran, dass Privatversicherte in ländlichen Regionen meist älter sind und somit häufiger behandelt werden müssen. Zudem sind in größeren Städten die Mieten, Gehälter und andere Kosten für die Ärzte höher. So liegt der reale Mehrumsatz je niedergelassenem Arzt im wirtschaftsstarken Großraum Stuttgart bei durchschnittlich 63.575 Euro pro Jahr. Im ländlichen Landkreis Main-Tauber sind es 96.605 Euro und im Landkreis Neckar-Odenwald sogar 116.796 Euro jährlich.

Fachkräftemangel: PKV stärkt Standortattraktivität im ländli

Gleichwohl ist die Ärztedichte in den ländlichen Gebieten niedriger als in den Ballungsräumen. So kommen beispielsweise im ländlichen Landkreis Schwäbisch-Hall 134 Arztpraxen auf 100.000 Einwohner, in der städtischen Region Freiburg hingegen bis zu 299. Das zeigt: Die geringere Ärztezahl auf dem Land kann nicht an der Zahl der Privatversicherten liegen. Für die Standortentscheidung von Ärztinnen und Ärzten sind andere Kriterien wie beispielsweise Urbanisierung maßgebend.

Der Vorsitzende des PKV-Verbandes, Thomas Brahm, erklärt zu den Ergebnissen des Regionalatlas Baden-Württemberg: „Die Mehrumsätze der Privatpatienten tragen nachweislich zu einer besseren medizinischen Versorgung in ländlichen Regionen bei. In Baden-Württemberg sichert die Private Krankenversicherung jedem niedergelassenen Arzt pro Jahr im Schnitt rund 84.000 Euro zusätzlich und stärkt so die Standortqualität insgesamt. Denn ohne ein gutes medizinisches Versorgungsniveau ziehen ländliche Regionen auch keine jungen Fachkräfte an.“

Terminhinweis

Medizinische Versorgung stärken, Standorte sichern: Auf dem „Ärztinnen- und Ärztegipfel Südwest“ am 11. Februar geht es um die Bedeutung einer verlässlichen Gesundheitsversorgung in attraktiven Regionen. Wie bleiben unsere Sicherungssysteme in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten bezahlbar?

Darüber diskutieren wir u. a. mit Dr. Ellen Lundershausen (Vizepräsidentin der Bundesärztekammer), Christian Dürr (Bundesvorsitzender der FDP) und Dr. Jens Steinat (CDU-Landtagskandidat). Verfolgen Sie die PKV-Veranstaltung ab 16:30 Uhr im Livestream!  

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