Meldung 16. April 2026

Immer mehr Menschen ergänzen ihren GKV‑Schutz mit privaten Zusatzversicherungen. Neue GDV‑Daten zeigen: Zwischen 2018 und 2023 stieg der Anteil deutlich – besonders bei der Krankenzusatzversicherung. Ein klarer Trend zu mehr individueller Absicherung.

Immer mehr Menschen in Deutschland setzen auf zusätzliche Absicherung über eine Private Krankenzusatzversicherung. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), der die Daten des Statistischen Bundesamtes für den Zeitraum von 2018 bis 2023 untersucht hat. Auf der Grundlage der PKV-Bestandszahlen wurde der Versicherungsschutz privater Haushalte betrachtet – sowohl der Verbreitungsgrad als auch der prozentuale Anteil einzelner Versicherungsarten.

Starkes Wachstum bei Krankenzusatzpolicen

Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Private Krankenzusatzversicherung verzeichnet ein starkes Wachstum. Während 2018 noch 31,6 Prozent der Haushalte solche Zusatzpolicen abgeschlossen hatten, waren es 2023 bereits 47,5 Prozent. Damit ist heute fast jeder zweite Haushalt in Deutschland privat zusätzlich abgesichert. Das entspricht einem Anstieg von rund 50 Prozent innerhalb von fünf Jahren – ein deutliches Zeichen dafür, dass immer mehr gesetzlich Versicherte ihren Schutz gezielt erweitern, etwa für bessere Leistungen beim Zahnersatz, im Krankenhaus oder für alternative Heilmethoden.

Auch im Bereich der Privaten Pflegezusatzversicherung ist ein leichter, aber stabiler Anstieg zu beobachten. Der Anteil stieg von 8,0 Prozent im Jahr 2018 auf 8,7 Prozent im Jahr 2023. Angesichts steigender Eigenanteile in der Pflege und wachsender Sorge vor finanziellen Belastungen im Pflegefall zeigt diese Entwicklung das zunehmende Bewusstsein für Vorsorge.

Breiter Trend zur privaten Vorsorge

Die GDV‑Analyse zeigt zudem, dass besonders die Krankenzusatzversicherungen zu den klaren Gewinnern gehören. Sie bieten Versicherten die Möglichkeit, Versorgungslücken der GKV zu schließen und individuelle Leistungsansprüche abzusichern.

Wie wirkungsvoll und zugleich kostengünstig zusätzliche Vorsorge gerade im Pflegebereich sein kann, zeigt auch eine aktuelle Assekurata‑Studie, die verschiedene Modelle der privaten Pflegeabsicherung untersucht und deren Nutzen für Verbraucherinnen und Verbraucher hervorhebt. Die Analyse zeigt, dass es sich gerade in jungen Jahren besonders lohnt, mit einer kapitalgedeckten Pflegezusatzversicherung das teure Pflegekostenrisiko abzusichern.

Politischer Handlungsbedarf bei Pflege-Vorsorge

Das Thema private Vorsorge gewinnt auch politisch an Bedeutung. Eine vom PKV‑Verband beauftragte, repräsentative Civey‑Umfrage zeigt: 76,3 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sprechen sich dafür aus, dass die Bundesregierung die private Pflegezusatzversicherung stärker fördern sollte – etwa durch eine steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge. Die Ergebnisse machen deutlich, dass viele Menschen bereit sind, selbst vorzusorgen und erwarten, dass die Politik hierfür passende Rahmenbedingungen schafft.