Ausbleibendes Wachstum, strukturelle Schwäche
„Wir haben eine sehr lang andauernde strukturelle Schwäche, schon seit ungefähr sieben Jahren kein Wachstum. Und natürlich würden wir besser durch diese doch raue See in den geopolitischen Rahmenbedingungen kommen, wenn wir besser vorbereitet werden, also wenn strukturelle Reformen schon früher eingesetzt hätten“, unterstreicht die Sachverständige Veronika Grimm. Ohne Reformen dürften auch die Beiträge deutlich weiter ansteigen, so Grimm. Gleiches gilt insgesamt für das Defizit der Sozialversicherungen. Daneben konstatieren die fünf „Wirtschaftsweisen“, dass auch das langfristige Wirtschaftswachstum, die Einkommen, die Investitionen sowie der Arbeitsmarkt litten.
Die Veröffentlichung des Frühjahrsgutachtens 2026 fällt in die Phase, in der die Notwendigkeit von Reformen in den Bereichen Gesundheit und Pflege besonders im Fokus steht. Die Ökonomin Grimm wird dazu auch bei der PKV-Jahrestagung am 11. Juni im dbb-Forum Berlin sprechen.
Ein Augenmerk: Die Soziale Pflegeversicherung (SPV), die derzeit unter enormen Druck steht. Ohne die Finanzierung nachhaltig zu sichern, haben Leistungsausweitungen im vergangenen Jahrzehnt die Zahl der Beziehenden auf über sechs Millionen verdoppelt. Die eigentliche Belastungsprobe steht noch bevor. Die geburtenstarken Jahrgänge erreichen nun mehr das Alter, in dem das Pflegerisiko stark steigt. Im Umlageverfahren tragen die Jüngeren diese Kosten – eine wachsende Unwucht zwischen den Generationen.