Meldung 13. Oktober 2026

„Arbeitgebertag“ in Berlin: Bundeskanzler Merz gibt einen Ausblick auf die anstehenden Maßnahmen und skizziert eine Politik für die nächsten Generationen. Denn die junge Generation werde nur einen nachhaltig finanzierten Sozialstaat mittragen. Der BDA fordert mehr Tempo bei den Sozialreformen ein.

Bundeskanzler Friedrich Merz beim Arbeitgebertag in Berlin

„Ich habe die Absicht, dieses Land so auf Kurs zu bringen, dass wir für die junge Generation wieder eine vernünftige Perspektive eröffnen“, umschrieb Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf dem Deutschen Arbeitgebertag in Berlin die Politik der schwarz-roten Bundesregierung. „Wir machen Politik nicht für eine Wahlperiode, sondern wir machen Politik für die nächste Generation.“

Im Zentrum dessen stünden daher nachhaltige Strukturreformen, für die Merz eindrücklich warb. Zugleich umrissen Politik und Wirtschaft gemeinsam, welche Reformen die deutsche Wirtschaft brauche, um wieder nachhaltig zu wachsen, und das Land auch künftig für alle Generationen ein Wohlstandsversprechen abgeben könne. Dabei verwies Merz auf die Strukturmaßnahmen bei Rente, Gesundheit und Pflege, um eine generationengerechte Sozial- und Wirtschaftspolitik umzusetzen. Nur ein Sozialstaat, der verlässlich schütze und der zugleich nachhaltig finanziert sei, werde von der jungen Generation dauerhaft mitgetragen und akzeptiert, betonte Merz.

Arbeitgeber fordern Tempo

Arbeitgeberpräsident Dr. Rainer Dulger mahnte, den eingeschlagenen Reformkurs konsequent fortzusetzen. Wer hier bremse, handele verantwortungslos. Tragfähige soziale Sicherungssysteme seien ein wichtiger Standortfaktor: „Deutschland braucht einen finanzierbaren und nachhaltigen Sozialstaat." Zugleich warnte Dulger vor weiter steigenden Lohnzusatzkosten. Denn während die stiegen und Arbeit immer teuer machten, verlören die Menschen das Vertrauen in den Sozialstaat. Auf die Frage nach seinen drei größten Wünschen nannte Dulger: Mehr netto vom brutto, weniger Bürokratie – und eben niedrigere Lohnzusatzkosten.

Merz: Reformen für die junge Generation

Der Bundeskanzler betonte zugleich die Notwenigkeit, den beschrittenen Reformkurs beizubehalten. „Wir müssen zu strukturellen Antworten finden", bekräftigte Merz. Was heute politisch entschieden werde, müsse vor allem auch für die jungen Menschen getan werden. Gerade sie sorgten sich um ihre Absicherung. Nur ein nachhaltig finanzierter Sozialstaat werde von dieser jungen Generation auch getragen, so Merz. Damit unterstrich der Bundeskanzler seine Äußerungen der jüngeren Vergangenheit, dass politische Entscheidungen auch nachkommende Generationen in den Mittelpunkt stellen müssten.

Stabile Beiträge, mehr Vorsorge

Immerhin: Die Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge sei geglückt, sagte Merz. Auch langfristig müssten die Beiträge stabil bleiben, genauso in der Pflege. Dort brauche es kein reines Spargesetz wie in der gesetzlichen Krankenversicherung. Vielmehr müsse der Schwerpunkt auf Prävention gesetzt werden. Die Expertenkommission zur Pflegereform solle rasch strukturelle Vorschläge vorlegen. Dabei betonte Merz die Eigenverantwortung; wer es sich leisten könne, müsse künftig stärker vorsorgen. Insgesamt seien das Maßnahmen, die langfristig entlasten – besonders und gerade für junge Menschen.