Sozialabgaben belasten Beschäftigte und Arbeitgeber
Besonders deutlich wird der Reformdruck bei den Sozialabgaben. Der vbw hält an der 40-Prozent-Grenze fest. Diese Marke wurde 2023 erstmals überschritten. Ohne Gegensteuern drohe bis 2030 ein Anstieg auf über 45 Prozent.
Was zunächst abstrakt klingt, hat konkrete Folgen: Steigende Sozialabgaben erhöhen die Lohnzusatzkosten für Unternehmen und verringern zugleich das verfügbare Einkommen der Beschäftigten. Schon heute liege Deutschland bei der Steuer- und Abgabenbelastung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern international auf einem Spitzenplatz, warnt der vbw.
Brossardt erklärt: „Dieser Trend belastet nicht nur Arbeitgeber, sondern auch die Beschäftigten. Das sorgt für Unmut und schadet dem Vertrauen in unseren Staat und seine Institutionen.“
Auch für Gesundheit und Pflege lehnt der vbw deshalb eine reine Einnahmenpolitik ab. „Es ist keine Lösung, fortlaufend nach neuen Einnahmequellen zu suchen“, so Brossardt. Höhere Beitragsbemessungsgrenzen, eine Bürgerversicherung oder Ausgleichszahlungen von privat finanzierten Systemen in die gesetzliche Sozialversicherung lösten die Probleme bei Gesundheit und Pflege nicht.