Die neue OECD-Studie "Taxing Wages 2026" zeigt, wie sich die Abgabenbelastung auf Arbeit in vielen Industrieländern entwickelt. Deutschland hat im internationalen Vergleich weiterhin die zweithöchste Belastung - wobei der Abstand zur Spitze weiter schrumpft.
Von den über 30 verglichenen Ländern der aktualisierten OECD-Studie hat nur Belgien eine höhere Abgabenquote als Deutschland. Das war schon in den Vorjahren so. Allerdings hat sich der Abstand zu unserem Nachbarland zuletzt weiter verringert.
Den Berechnungen zufolge lag die Belastung eines verheirateten Paares mit Kindern hierzulande im Jahr 2025 bei 42,6 Prozent. Frankreich als drittplatziertes Land liegt 1,6 Prozentpunkte dahinter. Nur zum Vergleich: Der OECD-Durchschnitt liegt bei 29,8 Prozent.
Vor diesem Hintergrund ist die nun von der Bundesregierung geplante außerordentliche Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze besonders kritisch zu bewerten. Denn sie lässt die Abgabenbelastung noch weiter steigen. Sie belastet Beschäftigte und Arbeitgeber mit mindestens 4,5 Milliarden Euro zusätzlich. Als Sondersteuer für qualifizierte Fachkräfte trifft sie besonders zukunftsträchtige Wachstumsbranchen, auf die Deutschland dringend angewiesen ist. Das gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts weiter.
Für die Gesundheitsreform muss daher gelten: Zusätzliche Einnahmen ersetzen keine Strukturreformen. Entscheidend ist eine konsequente einnahmeorientierte Ausgabenpolitik, die die tatsächlichen Kostentreiber adressiert und die finanzielle Stabilität des Systems langfristig sichert, ohne Beschäftigte und Unternehmen weiter zu belasten.