Wie arbeitet die Deutsche AIDS-Stiftung?
Wir beschäftigen uns mit der Zukunft der Versorgung, indem wir Gutachten mit anderen Partnern zusammen in Auftrag geben und uns dann überlegen: Was kann unser Beitrag sein? Was wir aktuell schon tun, ist, dass wir sogenannte Mobilitätshilfen gewähren. Dabei sorgen wir dafür, dass Menschen aus ländlichen Regionen in ihre Schwerpunktpraxen in urbanen Ballungsgebieten kommen, begleitet und unterstützt werden. Wir sorgen dafür, dass Menschen auch psychosozial versorgt werden, durch Projekte der Begegnung, des Austausches. Wir fördern Krankenreisen zum Beispiel. All das soll dazu dienen, dass Menschen, die mit HIV leben auch psychisch stabil bleiben. Denn auch das ist eine Herausforderung, die mit HIV einhergeht. Unsere Studie hat gezeigt, dass bei Menschen, die mit HIV leben, die Neigung zu Depressionen als Begleiterkrankung deutlich höher ist als in der Allgemeinbevölkerung. Auch da müssen wir gute Angebote schaffen.
Wie gestalten Sie die Arbeit mit verschiedenen Zielgruppen?
Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht mit sogenannten Peer-to-Peer-Ansätzen. Beispielsweise erklären junge Menschen mit HIV anderen jungen Menschen, wie sie sich schützen können und warum das wichtig ist. Wir haben Projekte, bei denen Frauen mit einem migrantischen Hintergrund aus Afrika in ihre Communities gehen und dort dafür werben, sich erstens behandeln zu lassen, wenn man mit HIV infiziert ist oder sich zweitens effektiv zu schützen. Diese Ansätze sind besonders vielversprechend und bei solchen Ansätzen unterstützt uns auch der PKV-Verband sehr großzügig.