Viele Zukunftsfragen- auch in Gesundheit und Pflege- werden heute entschieden und morgen von jüngeren Generationen getragen. Wo spüren Sie das am stärksten?
Die Sozialversicherungen sind nicht auf die Zukunft ausgerichtet. Überall klaffen finanzielle Lücken, die junge Menschen schließen müssen. Die Wirtschaftsweisen haben in ihrem Frühjahrsgutachten vorgerechnet, dass ohne Reformen ab 2040 etwa die Hälfte des Lohns in Renten-, Pflege-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung abfließen würden. Wenn wir also jetzt nicht die Kurve kriegen und die Finanzierung nicht nachhaltiger aufstellen, dann werden junge Menschen einen riesigen Abgabenberg zu schultern haben. Keiner derjenigen, die jetzt schon in Rente sind oder bald sein werden, musste so hohe Einzahlungen leisten.
Wann ist Politik wirklich generationengerecht?
Eine generationengerechte Politik ist eine Politik, die alle einbezieht, ehrlich kommuniziert und nachhaltige Entscheidungen trifft. Nur was über mehr als eine Legislaturperiode Bestand hat, soll auch den Bundestag passieren können. Teure Wahlgeschenke oder untaugliche Reformen würden damit der Vergangenheit angehören. Wir brauchen einen Mechanismus, der dafür sorgt, dass jedes Gesetz auf seine Auswirkungen für kommende Generationen geprüft wird. Wir haben das Recht, dass Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden und nicht zur Verwaltung der Gegenwart.