Hohe Sozialabgaben erstmals größte Sorge der Unternehmen
Meldung21. Januar 2026
Die Steuer- und Abgabenlast hierzulande ist im internationalen Vergleich schon lange sehr hoch. Eine aktuelle Umfrage zeigt nun: Die Sozialabgaben sind erstmals die größte Sorge von Unternehmen. Das zeigt einmal mehr, wie notwendig schnelle Strukturreformen sind.
Die steigenden Sozialabgaben bereiten rund 87 Prozent der Betriebe in Deutschland „große Sorgen“. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Verbands Die Familienunternehmer hervor. Damit löst dieses Problem die hohe Bürokratielast durch Berichtspflichten ab, die im Vorjahr an erster Stelle genannt wurde.
Das Ergebnis passt zu einer anderen Umfrage aus dem „Jahresmonitor“ der Stiftung Familienunternehmen. Demnach beklagen die Betriebe in Deutschland die hohe finanzielle Belastung ihrer Beschäftigten durch Steuern und Abgaben. Keine andere steuerliche Belastung empfinden die befragten Arbeitgeber als höher.
Dabei gehe es den Unternehmen nicht nur um die reinen Kosten, sondern auch um das Arbeitsangebot und die Leistungsanreize, schreiben die Autoren. Mit anderen Worten: Die Motivation für Mehrarbeit sinkt, wenn ein großer Anteil des Bruttolohns in Form von Steuern und Abgaben wieder einbehalten wird.
Ein zentraler Treiber steigender Abgaben sind die hohen Beiträge der Sozialversicherungssysteme. Und die drohen angesichts unserer alternden Gesellschaft zukünftig sogar noch weiter anzusteigen.
Das Problem: Die Umlagefinanzierung der Sozialversicherungssysteme funktioniert so lange, wie die Relation von Menschen im erwerbsfähigen Alter – die diese Systeme mit ihren Beiträgen überwiegend finanzieren – und der Menschen im Rentenalter einigermaßen stabil bleibt. Doch dieses Verhältnis gerät aus dem Lot.
Zahl der Hochaltrigen steigt
Die demografische Entwicklung bringt noch eine zusätzliche Herausforderung mit sich: Die Zahl der hochaltrigen Menschen, also derjenigen über 80 Jahre, wird von 6,1 Millionen im Jahr 2024 auf etwa 8,5 bis 9,8 Millionen im Jahr 2050 steigen. Da Pflegebedürftigkeit insbesondere im hohen Alter auftritt – im Jahr 2023 war die Hälfte der über 80-Jährigen in Deutschland pflegebedürftig –, werden die Ausgaben für die Pflegeversicherung deutlich anziehen.
Die Daten zeigen, wie dringend notwendig grundlegenden Reformen in den sozialen Sicherungssysteme sind. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wäre es, die Eigenverantwortung zur stärken und mehr Elemente der Kapitaldeckung einzuführen. Der Verband der Privaten Krankenversicherung hat für den Bereich der Pflegeversicherung konkrete Vorschläge gemacht, wie eine zukunftsfeste Lösung aussehen kann, ohne dass die Lohnzusatzkosten weiter steigen müssen.
Gesundheitssystem
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