Meldung 21. August 2026

Die Hilfe zur Pflege ist 2025 um 13,3 Prozent auf 6 Milliarden Euro gestiegen. Reflexartig wird nun wieder eine Pflegevollversicherung gefordert, Dabei braucht es mehr Eigenvorsorge, steuerliche Förderung der Pflegezusatzversicherung und verlässliche Pflegefinanzierung.

Die Sozialhilfeleistungen in Deutschland sind 2025 um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 21,5 Milliarden Euro gestiegen. Das zeigen aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes. Zu diesen Leistungen zählt auch die Hilfe zur Pflege. Sie stieg um 13,3 Prozent auf 6 Milliarden Euro. 

Die Zahlen zeigen vor allem, dass die Politik die Bürgerinnen und Bürgern rechtzeitig in die Lage versetzen müsste, selbst für die drohende Finanzierungslücke im Falle eine Pflegebedürftigkeit vorzusorgen. Das ginge zum Beispiel mit einer steuerlichen Förderung der Pflegezusatzversicherung. Dazu PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther: „Die neuen Zahlen zur Hilfe zur Pflege zeigen: Wer privat vorsorgt, schützt sich und den Sozialstaat.“

Zahlen richtig einordnen

Um die Pflegeversicherung dauerhaft generationengerecht zu erhalten, ist es wichtig, das Gesamtbild im Blick zu behalten. Nur rund sechs Prozent der Pflegebedürftigen sind heute auf staatliche Hilfe angewiesen, zwei Drittel aller Pflegeheimbewohner können selbst die hohen Kosten über mehrere Jahre aus eigenen Mitteln tragen. Das zeigt eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft. 

Wer in der Lage ist, den Eigenanteil in der Pflege selbst zu tragen sollte das auch tun. Reuther: „Forderungen nach einer Pflegevollversicherung oder einer weiteren Begrenzung der Eigenanteile hingegen drehen die Logik des Sozialstaats um. Beides würde die Umverteilung von unten nach oben verstärken: Schon jetzt schützen Geringverdiener mit ihren Beiträgen zur Pflegeversicherung das Vermögen wohlhabender Pflegebedürftiger. Das ist weder solidarisch noch gerecht.“ Mit solchen Instrumenten würden zudem die Strukturprobleme der Sozialen Pflegeversicherung fortgeschrieben. Zahlen müssten dafür vor allem die jungen Generationen, die durch die Alterung unserer Gesellschaft ohnehin überproportional belastet werden.

Hilfe zur Pflege nicht schlecht reden

Florian Reuther: „Die Hilfe zur Pflege erfüllt ihren Zweck und hilft zielgerichtet denjenigen, die es wirklich benötigen. Sie ist eine Errungenschaft unseres Sozialstaats und sollte nicht schlechtgeredet werden.“ Wer diese Unterstützung erhält, wird genauso gut gepflegt wie alle anderen Pflegebedürftigen auch.

Um die dynamische Kostenentwicklung in der Pflege zu bremsen, gibt es darüber hinaus weitere Hebel. Insbesondere müssen die Länder endlich Verantwortung übernehmen und die Investitionskosten der Pflegeeinrichtungen tragen. Das entlastet sowohl die Kommunen als auch die Pflegebedürftigen.