Meldung 25. Februar 2026

Das Immanuel Seniorenzentrum Schöneberg erhielt diese Woche das Qualitätssiegel „Lebensort Vielfalt“. Das Siegel würdigt Engagement für sexuelle, geschlechtliche und kulturelle Vielfalt in der Pflege und ist Teil des Präventionsengagements des PKV-Verbands.

In weiten Teilen der Gesellschaft wächst das Bewusstsein für sexuelle und geschlechtliche Identitäten – doch beim Umzug ins Pflegeheim erleben ältere Menschen häufig Ausgrenzung und Diskriminierung. Das Programm Qualitätssiegel „Lebensort Vielfalt” setzt sich deshalb für eine diversitätssensible Pflege ein und unterstützt Pflegeeinrichtungen dabei, ein diskriminierungsfreies und inklusives Umfeld zu schaffen. Nach erfolgreicher Absolvierung werden diese mit einem Siegel ausgezeichnet. Der PKV-Verband setzt das Präventionsprogramm in Zusammenarbeit mit der Schwulenberatung Berlin sowie dem Programm Vielfalt pflegen um.

V.l.n.r.: Natascha Gladden (Schwulenberatung Berlin), Andreas Mende, Nicole Oerder, Thorsten Gerenkamp (Immanuel Albertinen Diakonie)

Vorreiter der Vielfalt ausgezeichnet

Zu den Einrichtungen, die das Qualitätssiegel „Lebensort Vielfalt" tragen, gehört auch das Immanuel Seniorenzentrum Schöneberg, das diese Woche in einer feierlichen Zeremonie mit dem Qualitätssiegel „Lebensort Vielfalt®" ausgezeichnet wurde. Der Auszeichnung vorausgegangen war ein mehrmonatiger Prozess von einer Bestandsaufnahme über Beratung und Qualifizierung von Mitarbeitenden bis hin zur Prüfung verschiedener Qualitätskriterien. Neben den Themen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt stand dabei auch kulturelle Diversität im Mittelpunkt.

In seiner Eröffnungsrede anlässlich der Verleihung betonte Andreas Mende, Geschäftsführer von Beratung + Leben der Immanuel Albertinen Diakonie, dass Vielfalt nicht bloßes Modewort sein darf, sondern Ausdruck der Haltung gegenüber den Menschen sein sollte, für die Pflege da ist. Ziel müsse es sein, Chancengerechtigkeit zu fördern, Teilhabe zu ermöglichen und täglich Offenheit zu leben. Kai Münch, Beauftragter für queere Lebensweisen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, ergänzte in seiner Rede, wie wichtig es gerade in der heutigen Zeit sei, angesichts von Diskriminierung, Hasskriminalität und Einsamkeit, sichere Orte zu schaffen – auch im Alter.

Nicole Oerder, Leiterin des Hauses, unterstrich die Signalwirkung der Auszeichnung: „Wir möchten ein starkes Signal in unseren Kiez, in die Stadt Berlin und darüber hinaus senden. Vielfalt muss gelebt werden – wir tun das nicht nur für uns, sondern für alle.“

Kontinuierliches Engagement über Jahre hinweg

Die Verleihung des Qualitätssiegels war nicht die erste Auszeichnung für das Immanuel Seniorenzentrum Schöneberg: Bereits 2018 wurde das Zentrum als erste Einrichtung bundesweit mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet und 2022 erfolgreich rezertifiziert. Nachdem das Qualitätssiegel um den Aspekt der kulturellen Vielfalt erweitert wurde, entschied sich die Einrichtung für eine erneute Zertifizierung und stellte damit ihr kontinuierliches und tiefgehendes Engagement für Diversität unter Beweis.