Meldung16. Dezember 2020

Die Corona-Pandemie bedeutet für Arzt- und Zahnarztpraxen noch immer erhöhte Anforderungen an Hygiene und Patientensicherheit. Deswegen wurde nun die Empfehlung für die Erhebung eines Hygienezuschlages bis Ende März 2022 verlängert.

22. Dezember 2021 - Zur Über­nahme der durch Corona bedingten Mehrkosten und um die hochwertige Versorgung der Versicherten zu gewährleisten, hatte der Verband der Privaten Krankenver­sicherung (PKV) mit der Bundesärzte- sowie der Bundeszahnärztekammer einen Vergütungszuschlag abge­stimmt. Diese sogenannte Corona-Hygienepauschale wurde nun – in leicht veränderter Form - bis zum 31. Dezember 2022 verlängert. 

Die Private Krankenversicherung steht damit zu ihrer doppelten Verantwortung für die Sicherheit der Patienten in Zeiten der Pandemie: Nur, wenn diese absolut davon überzeugt sind, sich ohne Angst vor Infektionen in die Arztpraxen begeben zu können, werden sie Behandlungen nicht aufschieben. PKV-Verband und Bundesärztekammer vertreten die Sichtweise, dass die Empfehlung zur Hygieneziffer letztmalig verlängert wurde. 

Versicherer erstatten den Zuschlag

Ärztinnen und Ärzte können auf dieser Grundlage seit dem 1. Oktober 2020 je Sitzung eine analoge GOÄ-Ziffer abrechnen. Ab dem 1. Januar 2022 ist dies die Ziffer 383 der Gebührenordnung.  Sie kann bis zum 2,3-fachen Satz in Anrechnung gebracht werden, das entspricht 4,02 Euro. Diese Abrechnungsempfehlung ist nur bei unmittelbarem, persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer ambulanten Behandlung anwendbar. Eine Überschreitung des 2,3-fachen Gebührensatzes ist nicht möglich.

Auch Zahnärzte können die Ziffer 383 GOÄ entsprechend anwenden. Im Gegenzug entfällt dafür die Möglichkeit, wie bisher die Nr. 3010 der Gebührenordnung für Zahnärzte als Hygienepauschale zu berechnen.

Privatversicherte, die eine (Zahn-) Arztrechnung mit diesen Positionen bei ihrem Versicherungsunternehmen einreichen, bekommen die Pauschale im versicherten Umfang erstattet.

Dauerhafte Regelung zu Videosprechstunden in der Psychotherapie

Die  bisher in der Corona-Pandemie geltende Vereinbarung rund um die Erbringung von telemedizinischen Leistungen in der Psychotherapie ist zum 1. Januar 2022 durch eine dauerhafte Lösung ersetzt worden: Der PKV-Verband hat dafür mit der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) und im Einvernehmen mit den Beihilfekostenträgern von Bund und Ländern gemeinsame Abrechnungsempfehlungen zur Telemedizin vereinbart, Die neuen Möglichkeiten der Telemedizin, die jetzt immer stärker gefragt sind, belegen einmal mehr die Rolle der PKV als Türöffner für Innovationen. Schon vor Jahren gehörte die PKV zu den Unterstützern der ersten Stunde. Dadurch konnte die Telemedizin in Deutschland Fuß fassen und Strukturen aufbauen, die jetzt auch den gesetzlich Versicherten zu Gute kommt.

Sonderregelung für den Heilmittelbereich

Heilmittelerbringer wie etwa Physiotherapeuten und Logopäden erhalten ebenfalls befristet bis zum 31. März die pandemiebedingte Extravergütung von 1,50 Euro je Behandlung. Zum Schutz der Patientinnen und Patienten werden außerdem im Heilmittelbereich Behandlungen per Videotherapie anerkannt und erstattet. Voraussetzung ist, dass die Videotherapie ausdrücklich zwischen Therapeut und Versichertem vereinbart wurde, sie für die Versorgung des Patienten im Einzelfall therapeutisch sinnvoll erscheint und für die Behandlung geeignet ist. Zudem sollte der behandelnde Arzt die Videotherapie auf der Verordnung befürworten, z.B. durch den Zusatz „ggf. auch per Videotherapie“.