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Höhere Leistungen nach der Pflegereform

Durch die Pflegereform erhöht sich in den meisten Bereichen auch die absolute Höhe der Leistungen: So steigt der Maximalbetrag des Pflegegeldes, den ein ambulant Pflegebedürftiger monatlich erhält, von derzeit 728 Euro (Pflegestufe 3) auf 901 Euro für den Pflegegrad 5. Bei vollstationärer Versorgung steigt die maximale Leistung von 1.995 Euro für Härtefälle in der Pflegestufe 3 auf 2.005 Euro im neuen Pflegegrad 5.
Versicherte, die am 31. Dezember 2016 pflegebedürftig waren, oder zumindest eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz hatten, müssen sich nicht neu begutachten lassen. Sie erhalten einen mindestens um eine Ebene höheren Pflegegrad als es ihrer bisherigen Pflegestufe entspricht. Sind sie in ihrer Alltagskompetenz erheblich eingeschränkt, erfolgt sogar eine Einordnung in den übernächsten Pflegegrad. Der so ermittelte Pflegegrad bleibt dauerhaft erhalten, es sei denn, es liegt künftig keine Pflegebedürftigkeit mehr vor, oder es wird in einer Folgebegutachtung ein höherer Pflegegrad festgestellt. Über die Mehrleistungen und die Umstellung des Pflegebedürftigkeitsbegriffes hinaus umfasst das Gesetz noch weitere Reformschritte:

  • Eigenanteil: In stationären Einrichtungen wird der Eigenanteil künftig nicht mehr von der Höhe der Pflegebedürftigkeit abhängen, sondern es wird für alle Pflegegrade von 2 bis 5 einen einheitlichen Eigenanteil geben.
  • Pflege-TÜV: Beim umstrittenen Notensystem der Pflegequalitätsprüfungen haben bereits im Jahr 2016 die Vorbereitungen für eine Umstellung begonnen. Bis 2018 soll es auf eine neue Grundlage gestellt werden.
  • Pflegeberatung: Auf Wunsch kann die Beratung künftig auch gegenüber Angehörigen oder weiteren Personen in der häuslichen Umgebung oder in der entsprechenden Pflegeeinrichtung stattfinden. Damit orientiert sich der Gesetzgeber am Best-Practice-Beispiel der privaten Pflegeberatung compass, die seit dem Jahr 2008 eine aufsuchende und damit niedrigschwellige Beratung bietet.
  • Soziale Absicherung pflegender Angehöriger: Ab dem Pflegegrad 2 zahlt die Pflegeversicherung pflegenden Angehörigen Beiträge zur Rentenversicherung – gestaffelt nach dem Pflegegrad und danach, ob Pflegegeld oder Pflegesachleistungen bezogen werden. Ab dem Pflegegrad 2 werden für pflegende Angehörige auch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung abgeführt und sie sind, während sie pflegen, gesetzlich unfallversichert.