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Auswirkungen der Pflegereform auf die Beiträge

Um die Mehrleistungen der Pflegereformen zu finanzieren, ist sowohl für gesetzlich Versicherte als auch für Privatversicherte eine Beitragserhöhung nötig.
 

Soziale Pflegeversicherung
In der Sozialen Pflegeversicherung finanziert die jeweils aktive erwerbstätige Generation die Versorgung der älteren Generation über das so genannte Umlageverfahren. Rücklagen werden kaum gebildet. Die Beiträge werden dabei entsprechend dem Beitragssatz automatisch vom jeweiligen Einkommen abgezogen – maximal bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Um die Mehrleistungen aus der Pflegereform zu finanzieren, hat der Gesetzgeber den Beitragssatz um 0,2 Prozentpunkte erhöht. Damit steigt er von 2,35 auf 2,55 Prozent (bei Kinderlosen von 2,6 auf 2,8 Prozent). Übrigens ist dies schon die zweite Erhöhung innerhalb von zwei Jahren: Bereits Anfang 2015 wurde der Beitragssatz um 0,3 Prozentpunkte erhöht, um die Mehrleistungen des Pflegestärkungsgesetzes I zu finanzieren. Beide Anpassungen zusammen entsprechen damit einer Anhebung des Beitragssatzes von über 24 Prozent bei Personen mit Kindern. Hinzu kommt, dass die Beitragsbemessungsgrenze jedes Jahr automatisch angehoben wird. 2014 lag sie bei 4.050 Euro monatlich, 2017 schon bei 4.350 Euro. Für einen Versicherten mit Kindern, der als Angestellter arbeitet und genau an dieser Grenze verdient, erhöht sich der monatliche Beitrag seit 2014 durch alle Neuregelungen zusammen damit um fast 28 Euro auf 110,92 Euro.
 

Private Pflegepflichtversicherung
Die PPV hingegen arbeitet nach dem Prinzip der Kapitaldeckung, bei der jede Generation von Versicherten durch die Bildung von Alterungsrückstellungen selbst für ihr mit dem Alter steigendes Pflegerisiko vorsorgt. Die Beiträge sind damit unabhängig vom Einkommen. Sie richten sich u. a. nach Lebensalter und Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des Vertragsbeginns. Somit ist der Beitrag zwar individuell unterschiedlich, gleichwohl lässt sich ein Durchschnittsbeitrag berechnen: Dieser betrug für Versicherte in einem Angestelltenverhältnis (also ohne Beihilfeanspruch) etwa 23,50 Euro im Jahr 2014. Natürlich mussten auch hier die Mehrleistungen aus den Pflegereformen eingepreist werden. Daher wird der Durchschnittsbeitrag in der PPV für Angestellte ab 2017 bei rund 37 Euro im Monat liegen. Natürlich wird es hier individuelle Schwankungen geben. Doch das Gesetz garantiert, dass der Höchstbeitrag in der PPV nicht höher ist als in der SPV (für jeden, der mindestens fünf Jahre versichert ist). Und wer die Durchschnittsbeiträge aus SPV und PPV vergleicht, wird feststellen, dass beide sehr nah beieinander liegen – wobei die PPV damit noch Rücklagen für die Zukunft bildet.

 

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