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Was ist, wenn ich meinen PKV-Beitrag nicht zahlen kann?

Wenn Sie Schwierigkeiten bekommen, Ihren PKV-Beitrag zu zahlen, sollten Sie sich an Ihren Versicherer wenden und mit ihm nach Lösungen suchen. Sind Sie nur vorübergehend zahlungsunfähig, können Sie Ihren Versicherer um eine Stundung der Beiträge bitten. Ihr Versicherer ist hierzu allerdings nicht verpflichtet. Sind Sie voraussichtlich für längere Zeit mit der Beitragszahlung überfordert, können ein Tarifwechsel, ein höherer Selbstbehalt und/oder das Streichen von verzichtbaren Leistungen weiterhelfen. Sofern Sie vor 2009 in die PKV gewechselt sind, kommt eventuell der Standardtarif für Sie in Betracht. Sollten Sie finanziell hilfebedürftig im Sinne des Sozialrechts werden, können Sie zudem jederzeit in den Basistarif wechseln.

Wenn Sie über mehrere Monate Ihren Beitrag nicht zahlen, stuft Ihr Versicherer Sie in den Notlagentarif um. Zudem kann er wie jeder andere Gläubiger die Schulden einklagen und Vollstreckungsmaßnahmen (z. B. Pfändung) einleiten. Das gilt auch für den Fall, dass Sie zwischenzeitlich zu einem anderen PKV-Unternehmen oder in die GKV wechseln.

Wann komme ich in den Notlagentarif?

Wenn Sie Ihre Beiträge nicht zahlen, kann Ihr Versicherer Sie nach zwei Monaten mahnen. Sie müssen dann zusätzlich einen Säumniszuschlag von 1 Prozent Ihres Beitragsrückstandes und Mahnkosten zahlen. Schulden Sie Ihrem Versicherer zwei Monate nach der ersten Mahnung noch mindestens einen Monatsbeitrag, erhalten Sie eine zweite Mahnung. Dabei muss Ihr Versicherer Sie darauf hinweisen, dass Ihr Vertrag ruhend gestellt wird, wenn Sie Ihre Beitragsschuld nicht innerhalb des nächsten Monats begleichen. Die Umstellung erfolgt dann nach Ablauf dieser Frist mit Beginn des nächsten Monats, sofern Sie immer noch mehr als einen Monatsbeitrag schulden. Solange Ihr Versicherungsvertrag ruht, sind Sie im Notlagentarif versichert und erhalten nur stark eingeschränkte Leistungen. Auch kann Ihr Versicherer verlangen, dass Zusatzversicherungen ruhen. Haben Sie eine Card für Privatversicherte, dürfen Sie diese nicht mehr verwenden und müssen sie unverzüglich an Ihren Versicherer zurückgeben. Wenn Sie alle Ihre rückständigen Versicherungsbeiträge, die Säumniszuschläge und Mahnkosten bezahlt haben, kommen Sie automatisch wieder in Ihren alten Tarif zurück.


Der Notlagentarif bietet eine Lösung für vorübergehende Zahlungsunfähigkeit. Deshalb werden Hilfebedürftige im Sinne des Sozialrechts nicht im Notlagentarif versichert, sondern erhalten vom Staat einen Zuschuss zu ihrem Versicherungsbeitrag und können in den Basistarif wechseln.


Wie bin ich im Notlagentarif versichert?

Sind Sie im Notlagentarif versichert, erstattet Ihre Versicherung nur die Behandlungskosten bei akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen, bei Schwangerschaft und Mutterschaft. Für Kinder und Jugendliche werden die Kosten medizinisch notwendiger Heilbehandlungen wegen Krankheit oder Unfallfolgen, von Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen erstattet. Der Notlagentarif ist ein verbandseinheitlicher Tarif, d. h. der Versicherungsumfang ist bei allen Versicherern gleich. Weitere Informationen können Sie den Allgemeinen Versicherungsbedingungen für den Notlagentarif (AVB/NLT) des PKV-Verbandes entnehmen.

Der Notlagentarif ist bewusst so gestaltet, dass der Beitrag sehr niedrig ist. Denn mit seiner Hilfe sollen vorübergehend zahlungsunfähige Versicherte schnellstmöglich ihre Beitragsschulden begleichen können. Deshalb sind die Leistungen auf das Nötigste beschränkt und es werden keine Alterungsrückstellungen gebildet, die in den übrigen Tarifen hohen Beiträgen im Alter vorbeugen. Da dadurch im Notlagentarif die Vorsorge fürs Alter entfällt, besteht ein zusätzlicher Anreiz, die Rückstände schnell auszugleichen und in einen Normaltarif zurückzukehren.

Wie ist der Beitrag im Notlagentarif?

Jedes PKV-Unternehmen kalkuliert für seinen Versichertenbestand einen einheitlichen Beitrag für den Notlagentarif. Auf diesen Beitrag werden bisher gebildete Alterungsrückstellungen angerechnet. Bis zu 25 Prozent der monatlichen Prämie dürfen aus den Alterungsrückstellungen finanziert werden. Je länger die Versicherung besteht und je mehr Alterungsrückstellungen folglich vorhanden sind, desto geringer ist also grundsätzlich der individuelle Beitrag des Versicherten. Aus diesem Grund kann kein allgemeiner Beitrag für den Notlagentarif genannt werden. Säumniszuschläge fallen auch im Notlagentarif an.

Der Notlagentarif ist arbeitgeberzuschussfähig, wodurch sich der Beitrag für Arbeitnehmer zusätzlich verringert.