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Ein Jahr PpSG: Mehr Geld für gute Pflege

© iStock @Cecilie_Arcurs

 

21.11.2019

Es ist ein wichtiger Baustein, um die Pflegefachkräfte in Deutschland spürbar zu entlasten und um den Pflegeberuf insgesamt attraktiver zu machen: Vor einem Jahr hat der Bundestag das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) beschlossen. Seitdem haben viele notwendige Neuerungen, die das Gesetz bereithält, in den Pflegealltag Einzug gehalten. Der PKV-Verband beteiligt sich an der Finanzierung der gesetzlichen Änderungen.

Notwendige Entlastungen für Pflegende

Eins der zentralen Probleme in der Pflege ist der steigende Fachkräftemangel. Für die vollstationäre Altenpflege, wo er am spürbarsten ist, schafft das PpSG die Voraussetzungen für 13.000 zusätzliche Stellen.

Darüber hinaus soll das Gesetz das bestehende Pflegepersonal durch Erleichterungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf entlasten. Mit dem PpSG können Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser finanziell unterstützt werden, um die Familienvereinbarkeit zu verbessern.

Gleiches gilt für die häusliche Pflege: Pflegende Angehörige sind häufig nur unzureichend auf den Pflegealltag vorbereitet. Um sie besser zu schulen und ihnen mehr Sicherheit zu geben, werden mit dem PpSG erhöhte Beratungsentgelte erstattet, um die Qualität der häuslichen Pflege zu verbessern.

Zur Entlastung können auch digitale Anwendungen wesentlich beitragen. Das PpSG fördert Projektvorhaben ambulanter wie stationärer Einrichtungen einmalig mit insgesamt 12.000 Euro, um den Arbeitsalltag durch neue, digitale Anwendungen zu erleichtern.

Änderungen sind nicht kostenfrei

Mit den notwendigen Änderungen geht automatisch eine deutliche Kostensteigerung einher. Die Private Krankenversicherung beteiligt sich finanziell an allen gesetzlichen Neuregelungen. Allein bei der Finanzierung der 13.000 zusätzlichen Pflegestellen sind die privaten Versicherer mit insgesamt 44 Millionen Euro beteiligt. Bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf beteiligt sich die PKV mit einem jährlichen Zuschuss von über 1 Million Euro. Für den gesamten gesetzlich festgeschriebenen Förderzeitraum (2019-2024) hält sie für diesen Punkt insgesamt rund 7 Millionen Euro bereit. Bei den erhöhten Beratungsentgelten entstehen jährliche Mehrkosten von etwa 2 Millionen Euro. Auch für die digitalen Lösungen stellt die PKV in den kommenden drei Jahren einen Millionenbetrag für die Förderung bereit.

Pflegekosten steigen insgesamt

Die Pflegekosten steigen nicht erst seit Inkrafttreten des PpSG. Deutliche Ausgabensteigerungen gab es bereits zuvor. 2017 wuchsen die Gesundheitskosten mit insgesamt 376 Milliarden Euro um 4,7 Prozent oder 16,9 Mrd. Euro deutlich gegenüber 2016. Den höchsten Zuwachs aller Ausgabenträger verzeichnete dabei die Soziale Pflegeversicherung. Ursache hierfür ist das Inkrafttreten des dritten Pflegestärkungsgesetzes. Mit der gesetzlichen Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade erhielten viel mehr Menschen Anspruch auf gleichzeitig deutlich ausgeweitete Pflegeleistungen.

Bundesregierung informiert über Pflegestellenförderprogramm

Mit dem Sofortprogramm Pflege will die Regierung 13.000 neuen Pflegestellen in der Altenpflege schaffen. Für Pflegeeinrichtungen stellt sich deshalb die Frage, wie sie die Förderung beantragen können.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gibt deshalb auf seiner Internetseite eine Orientierungshilfe für das Förderprogramm und beantwortet häufig gestellte Fragen zum Antrags- und Bewilligungsverfahren.


Aktualisiert: 02.12.2019

 

 

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