Meldung 15. September 2026

Die junge Generation trägt wachsende Lasten aus Demografie, Sozialabgaben und Reformstau. Quentin Gärtner zeigt in „Deutschland völlig lost“, warum Generationengerechtigkeit zur zentralen politischen Aufgabe wird. Nun hat er das Buch in Berlin vorgestellt.

Quentin Gärtner, Buchautor und gefragte junge Stimme in der Politik

Was tut die Politik eigentlich für die jungen Menschen in Deutschland? Aus Sicht von Quentin Gärtner herzlich wenig: „All das, was wehtut, hat Deutschland in die Zukunft verlagert. Und damit meiner Generation aufgebürdet“, schreibt er in seinem soeben erschienen Buch „Deutschland völlig lost.“ Er weiß, wovon er spricht. Mit seinen 19 Jahren gilt der ehemalige Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz als eine der gefragtesten jungen Stimmen in der Politik. Weiter schreibt er in seiner Bestandsaufnahme: „Unsere Sozialversicherungen – Rente, Pflege, Krankenkasse – sind nicht auf den demografischen Wandel vorbereitet. Im Gegenteil, die explodierenden Kosten werden einseitig auf junge Menschen übertragen, während Reformen zur nachhaltigen Finanzierung ausbleiben.“

Warum junge Stimmen weniger Gewicht haben

Gemeinsam mit dem Journalisten Paul Ronzheimer und der Bundestagsabgeordneten Ricarda Lang (Bündnis 90/Die Grünen) hat Quentin Gärtner nun sein Buch der Öffentlichkeit vorgestellt. Schnell ging es dabei um die Frage, warum sich die jungen Menschen in unserer Gesellschaft nur schwer Gehör verschaffen können. Für Gärtner liegt einer der Gründe in der Mathematik: „Es beginnt damit, dass wir einfach deutlich weniger sind. Mein Jahrgang ist halb so groß wie der stärkste Boomer-Jahrgang.“ 

Welche Auswirkungen dieser Fakt auf die praktische Politik hat, veranschaulichte Ricarda Lang: „Das Wählersegment wird immer älter. Das heißt, wenn ich überlege, wie kann ich eine möglichst große Gruppe ansprechen, gibt es einen gewissen Reiz, vor allem für alte Menschen Politik zu machen. Das ist keine Entschuldigung — es ist nur eine Erklärung, die im System angelegt ist. Trotzdem müssen wir es besser hinkriegen.“

So stark sind junge Generationen mit Sozialabgaben belastet

Warum das schon allein im Bereich der Sozialausgaben so dringen notwendig ist, hatte jüngst der Wirtschaftsweise Professor Martin Werding in einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) berechnet. Während Personen, die 1960 zur Welt kamen, durchschnittlich weniger als 40 Prozent ihres Erwerbseinkommens an Sozialabgaben zahlen müssen, hat die Generation von Quentin Gärtner schon deutlich über 50 Prozent zu stemmen; Kinder, die heute eingeschult werden, sogar über 55 Prozent.

Gärtner wies auch auf weitere Herausforderungen hin, die gerade die junge Generation zu tragen habe. Dazu zählten unter anderem ein Verlust mehrerer Jahre der Jugend im Corona-Lockdown, ein schlechtes Bildungssystem, die Frage nach der Sicherheit des eigenen Alterseinkommens und die Erwartungshaltung, dass die jungen Menschen im Zweifel das Land gegen Angriffe von außen verteidigen sollen. 

Junge Menschen haben Bock, das Land zu verändern

Dabei betonte er ausdrücklich, dass bei den jungen Menschen eine große Bereitschaft bestehe, „Verantwortung für unser Land zu übernehmen“. Oder, wie er in seinem Buch schreibt: „Wir haben Bock, das Land zu verändern.“ Sein dringender Appell: „Lasst uns dabei nicht allein. Die Bereitschaft, Verantwortung für die Zukunft unseres Landes zu übernehmen, muss überall vorhanden sein.“