In einem aktuellen Interview fordert SPD-Parteichef Klingbeil, dass Privatversicherte die Pflege künftig mitfinanzieren müssen. „Es geht nicht, dass sie weiterhin herausgehalten werden“, so Klingbeil. Diese Darstellung entspricht aber nicht den Fakten, wie PKV-Verbandschef Florian Reuther erläutert.
“SPD-Chef Klingbeil stellt die Wirklichkeit auf den Kopf: Privatversicherte finanzieren selbstverständlich die Pflege mit – und zwar doppelt. Sie zahlen in der gesetzlichen Pflegeversicherung für die Pflegefälle und bilden gleichzeitig eine kapitalgedeckte Vorsorge für ihr eigenes Pflegekostenrisiko.
Diese doppelte Last – Solidarität und individuelle Vorsorge – entlastet in unserer alternden Gesellschaft die jüngeren Generationen. Auch deshalb ist der monatliche Durchschnittsbeitrag der Privatversicherten mit 98 Euro deutlich höher als der der gesetzlich Versicherten (2025: 81 Euro). Die eigentliche Gerechtigkeitsfrage lautet daher: Warum sollen diejenigen, die bereits zweifach zahlen, ein drittes Mal herangezogen werden? Eine solche Sonderabgabe wäre verfassungswidrig.
Gerade in diesen turbulenten Zeiten müssen sich die Menschen darauf verlassen können, dass von der Verfassung geschützte Grundrechte nicht zur politischen Verhandlungsmasse werden. Wer wirklich für mehr soziale Gerechtigkeit in der Pflegeversicherung sorgen will, muss das Gießkannenprinzip beenden und die Zuschläge für die Pflegekosten im Heim zumindest einfrieren. Es kann nicht sein, dass kleine Einkommen den Vermögensschutz von Wohlhabenden finanzieren müssen.”