Meldung 14. April 2026

Der Europäische Gesundheitsdatenraum (EHDS) markiert den Start einer Evolution: Erstmals tauschen EU-Mitgliedstaaten standardisiert Gesundheitsdaten aus. Welche Chancen für Versicherte bestehen und wo die PKV vorangeht, zeigt der Verband auf der DMEA 2026 in Berlin.

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PKV-Referent Julian Hartz: Nie wieder Papierkram beim Arzt?

Gesundheitsdaten kennen keine Grenzen mehr – die Versorgung bald auch nicht. Der EHDS regelt seit März 2025, wie Gesundheitsdaten künftig europaweit sicher ausgetauscht und genutzt werden. Das Ziel: Patientinnen und Patienten sollen überall in Europa auf ihre Gesundheitsdaten zugreifen können; auf das E-Rezept im Urlaub genauso wie auf Befunde bei einem Arztbesuch im Ausland. Gleichzeitig sollen Forschende leichter auf anonymisierte Daten zugreifen können, um bessere Therapien zu entwickeln.

„Gesundheitsversorgung endet für uns nicht an der Landesgrenze. Der EHDS eröffnet die Chance, sichere digitale Angebote für Versicherte weiterzuentwickeln", sagt Lynn Strunk, Referentin im Bereich E-Health beim PKV-Verband. „Die PKV bringt sich hier frühzeitig ein.“

Aktuell arbeiten die politischen Institutionen in Berlin und Brüssel an den Details der Umsetzung und Ausgestaltung. Der PKV-Verband sichert die versichertenfreundliche Perspektive. Denn die EU stuft private Krankenversicherer als sogenannte Gesundheitsdateninhaber ein. Sie sind also direkt betroffen – mit Rechten und Pflichten, die digitale Gesundheitsversorgung mitzugestalten. Auf der Health-Tech-Messe DMEA diskutieren PKV-Vertreter in Fachsessions die strategische und operative Umsetzung des EHDS.

Smartphone statt Plastikkarte – und das europaweit

Ein Baustein zum Vorteil für Versicherte liegt in digitalen Identitäten. Diese dienen der sicheren Identifizierung von Nutzern auf mobilen Endgeräten. Sie sollen zum sicheren, nutzerfreundlichen Standard im Gesundheitswesen werden. Privatversicherte nutzen heute schon E-Rezept, elektronische Patientenakte (ePA) und digitale GesundheitsIDs bequem per App auf dem Smartphone – ganz ohne Plastikkarte. Und die Bundesregierung bestätigt diesen Kurs in ihrer Digitalisierungsstrategie: Die europäische digitale Brieftasche (EUDI-Wallet) und die deutsche GesundheitsID sollen zusammengeführt werden. "Damit das funktioniert, brauchen wir klare Regeln – genau daran arbeiten wir", bekräftigt Expertin Strunk.

Im Pilotprojekt „Call of Innovation" erprobt der PKV-Verband konkret, wie die europäische digitale Brieftasche den Versorgungsprozess verbessern kann – vom digitalen Einchecken beim Arzt bis zum grenzüberschreitenden E-Rezept.

“Smartphone statt Plastikkarte – das ist für Privatversicherte längst Alltag. Mit der EUDI-Wallet denken wir diesen Ansatz europäisch weiter”, bestätigt Julian Hartz. Als Experte für das Thema EUDI-Wallet beim PKV-Verband stellt er die Ergebnisse aus dem “Call for Innovation" gemeinsam mit der Bundesdruckerei auf der DMEA vor. Praxisbeispiele ergänzen hier die Ausführungen zu den europakompatiblen Anwendungen. “Prozesse müssen alltagstauglich und mit Wiedererkennungswert für die Nutzer gestaltet werden. Die Anmeldung in der Arztpraxis oder im Krankenhaus muss so einfach sein wie das Bezahlen im Supermarkt”, ist Hartz überzeugt. Die EUDI-Wallet schaffe die richtigen Rahmenbedingungen dafür.

Daten vernetzen, Forschung stärken, Versorgung verbessern

Was genau der EHDS für die Zukunft von Forschung und Versorgung bedeutet, beleuchtet eine weitere DMEA-Session mit PKV-Beteiligung. Geschäftsführer Christian Hälker moderiert eine Diskussionsrunde, die Antworten auf wichtige Fragen liefern soll: Wie verändert der europäische Datenraum die Gesundheitswirtschaft? Wie bauen Länder die nötige Infrastruktur auf – etwa nationale Kontaktstellen für den Datenaustausch? Welche praktischen Erfahrungen gibt es bereits? Und was bedeutet die Verordnung für digitale Gesundheitsanwendungen wie Apps und Software?

Bis Ende 2028 sollen die wichtigsten Dateninfrastrukturen in Deutschland an den EHDS angebunden sein. Erst wenn Gesundheitsdaten sicher über Ländergrenzen hinweg fließen, entsteht der Mehrwert, den Versicherte und Ärztinnen und Ärzte erwarten: schnellere Versorgung, bessere Forschung und mehr Selbstbestimmung über die eigenen Daten. 

EHDS-Sessions mit PKV-Beteiligung auf der DMEA 2026

EHDS 1 - Der europäische Weg zur digitalen Versorgung
Datenräume, Identitäten und echte Interoperabilität

mit PKV-Referent Julian Hartz

Dienstag, 21. April 2026
13:55 - 15:05 Uhr

Stage 6.2 | Halle 6.2

 

EHDS 2 - Die Zukunft von Forschung, Versorgung und Zugang
Herausforderungen und Chancen des EHDS

mit PKV-Geschäftsführer Christian Hälker (Moderation)

Dienstag, 21. April 2026
15:20 - 16:20 Uhr

Stage 5.2 | Halle 5.2