Meldung02. Februar 2022

Beschwerden von Privatversicherten bewegten sich auch 2021 wieder auf einem sehr niedrigen Niveau. Das zeigen aktuellen Zahlen der PKV-Schlichtungsstelle.

Privatversicherte haben wenig Grund zur Beschwerde. Gerade einmal 6.041 Schlichtungsanträge verzeichnete der PKV-Ombudsmann im Jahr 2021. Das geht aus seinem soeben veröffentlichten Tätigkeitsbericht hervor. Gemessen an der Gesamtzahl von über 46 Millionen bestehenden Verträgen in der Krankenversicherung, der Zusatzversicherung und der Pflegeversicherung entspricht dies einer Beschwerdequote von 0,02 Prozent. Einen relativ großen Einfluss haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeit des Ombudsmanns.

Mehr Beschwerden wegen falsch abgerechneter Corona-Tests

Zwar nahm die Zahl der Eingaben gegenüber dem Vorjahr leicht um 135 zu. Dies ist jedoch vor allem auf einen Sondereffekt durch die Corona-Pandemie zurückzuführen. Denn einige Krankenhäuser stellten den stationär aufgenommenen Versicherten die Corona-Testkosten gesondert als wahlärztliche Leistung in Rechnung. Dies ist jedoch nicht zulässig, weil entsprechende Tests im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes bereits mit einem Zusatzentgelt finanziert werden. In der Folge nahmen die Beschwerden beim Ombudsmann zu diesem Aspekt um 18 Prozent zu.

PKV-Ombudsmann Heinz Lanfermann sieht sich durch die aktuellen Daten in seiner Arbeit bestätigt. „Die Entwicklung in den vergangenen Jahren und insbesondere die stabil gleichbleibende Zahl eingehender Anträge hat gezeigt, dass sich die Schlichtungstätigkeit bewährt.“

Eine niedrige Beschwerdequote weist auf den verantwortungsvollen Umgang mit den Versicherten hin. Und der spricht sich offenbar herum. Denn immer mehr Menschen wollen sich privat absichern. So wechselten im vergangenen Jahr zum vierten Mal in Folge mehr Personen von der Gesetzlichen Krankenversicherung in die PKV als umgekehrt. Und auch die Zusatzversicherungen konnten deutlich zulegen.