Interview

In der Pandemie interessieren sich die Menschen mehr als bisher für Fragen zur Gesundheit. Bei der unabhängigen Stiftung Gesundheitswissen erhalten sie verlässliche und kompetente Informationen zur Covid-19-Impfung. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, erläutert die Mission.

22. September 2021 -  Welchen Stellenwert nimmt das Coronavirus auf dem Gesundheitsportal der Stiftung Gesundheitswissen ein?

Eine aktuelle Studie der Stiftung Gesundheitswissen zeigt: In der Corona-Pandemie hat sich das allgemeine Interesse an gesundheitsbezogenen Fragestellungen in der Bevölkerung erhöht. Das ist ja auch verständlich. Die Pandemie hält uns alle seit über eineinhalb Jahren fest im Griff. Sie ist das beherrschende Thema und dementsprechend ist auch das Informationsbedürfnis sehr hoch.

Zugleich kursieren viele Falschmeldungen zu Corona und den Covid-19 Impfungen, gerade im Internet und den sozialen Netzwerken. Vor diesem Hintergrund erhalten Informationen, die auf medizinischer Evidenz beruhen, also auf Erkenntnissen, die mit wissenschaftlichen Methoden gewonnen wurden und überprüfbar sind, eine herausragende Bedeutung. Die Stiftung Gesundheitswissen hat es sich seit ihrer Gründung zur Aufgabe gemacht, derartiges verlässliches Gesundheitswissen bereitzustellen.

Neben unseren qualitätsgesicherten und regelmäßig aktualisierten Informationen zum Coronavirus und der Covid-19-Impfung bieten wir auf unserem Online-Gesundheitsportal zudem auch Wissen und Hilfestellung dazu, was ganz allgemein eine gute Gesundheitsinformation ausmacht und welche Signale auf Falschinformationen hindeuten. Wir wollen damit einen Beitrag leisten, die Gesundheitskompetenz der Menschen zu stärken, Menschen sozusagen gegen das Virus der Desinformation zu impfen und gegen Fake News zu immunisieren, egal, wo oder zu welchem Thema sie mit einer solchen konfrontiert werden.

Warum ist insbesondere die Corona-Impfung so erklärungsbedürftig?

Die vielfältigen Herausforderungen, denen wir in der Pandemie gegenüberstehen, verunsichern und verängstigen viele Menschen. Wann zuvor kamen wir denn auch so hautnah mit der Forschung in Berührung, mit der Komplexität des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns, dessen Unsicherheiten und Begrenzungen, wie in der aktuellen Situation? Und wann haben wir schon je erlebt, dass innerhalb weniger Monate ein Impfstoff gegen eine neuartige und potenziell lebensbedrohliche Erkrankung entwickelt wurde? Es ist daher verständlich, dass viele Menschen Fragen haben zur Erkrankung und den Impfstoffen gegen das neuartige Virus. Bei der Stiftung Gesundheitswissen haben wir ein eigenes Team zusammengestellt, das sich dem Thema Covid-19-Impfung widmet und die teilweise rasanten wissenschaftlichen Entwicklungen, mit denen wir konfrontiert werden, auf Basis der evidenzbasierten Medizin einordnet. Herausfordernd ist hierbei, dass es eben nicht immer die nötigen Erkenntnisse gibt, um alle Fragen befriedigend beantworten zu können. Das kann Unsicherheiten verschärfen oder neue nach sich ziehen. Es ist daher wichtig, dass wir berichten, was wir wissen, und auch sagen, was wir eben – noch – nicht wissen, immer mit Blick auf die Faktenlage.

Welche Rolle spielen verlässliche Informationen bei der Entscheidung, sich impfen zu lassen?

Studien zeigen, dass viele Menschen gerade beim Thema Impfen ganz allgemein ein breites Informationsbedürfnis haben. Und mit der Zulassung der ersten Corona-Impfstoffe ist dieses Informationsbedürfnis nochmals gestiegen. Die Menschen wollen so viel wie möglich über den Nutzen, mögliche Risiken und Nebenwirkungen einer neu entwickelten Impfung gegen eine neuartige Erkrankung erfahren. Und das ist auch gut so, denn es ist richtig, dass der einzelne sich über das Für und Wider von Behandlungen Gedanken macht, um die bestmögliche Entscheidung für sich persönlich treffen zu können.

Gerade zum Thema Impfen kursieren aber vor allem im Internet enorm viele Falschinformationen. Das war auch schon vor Corona so. Daher sind verlässliche, aktuelle und leicht verständliche Informationen essenziell, um im Hinblick auf die eigene Impfung eine kompetente Entscheidung treffen zu können.