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Die Ausgaben für den Pflege-Rettungsschirm haben im zweiten Quartal 2021 mit 1,62 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert erreicht. Und das, obwohl sich die Corona-Lage auch in den Heimen deutlich entspannt hat. Trotzdem wird über eine Verlängerung der Regelung bis Jahresende diskutiert.

4. August 2021 – Pflegebedürftige gehörten vor allem in der Frühphase der Corona-Pandemie zu den besonders vulnerablen Gruppen. Pflegeheime waren daher besonders in der Verantwortung, ihre Bewohnerinnen und Bewohner zu schützen. Die dafür notwendigen Mehraufwendungen bekommen die Heime über den so genannten Pflege-Rettungsschirm erstattet. Aber auch Mindereinnahmen, die zum Beispiel durch die Nichtbelegung von Betten entstehen, bekommen sie darüber ersetzt. Hinzu kommen weitere Erstattungen für die Kosten von Corona-Tests.

Im zweiten Quartal 2021 haben diese Aufwendungen nun mit 1,62 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert erreicht. Das zeigen aktuelle Daten des Bundesgesundheitsministeriums. Allein die Private Krankenversicherung ist in diesem Zeitraum entsprechend ihres Versichertenanteils mit 113,4 Millionen Euro beteiligt. Bemerkenswert ist, dass die Gesamtkosten damit mehr als doppelt so hoch waren wie zum Höhepunkt der Pandemie 2020. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal des Vorjahres beliefen sich die Gesamtausgaben auf gerade einmal 475 Millionen. Und auch im letzten Quartal 2020 waren es „nur“ 649 Millionen.

Hohe Impfquote in Pflegeheimen

Diese Dynamik verwundert sehr. Schließlich ist die Impfquote in den Pflegeheimen mittlerweile sehr hoch. Zudem sorgen umfassende Testkonzepte für zusätzliche Sicherheit. Dennoch deutet sich an, dass das Bundesgesundheitsministerium den Pflege-Rettungsschirm bis zum Ende des Jahres unverändert verlängern will. Diese pauschale Verlängerung lehnt der Verband der privaten Krankenversicherung ab. Denn letztlich zahlen dafür die Versicherten.

PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther: „Nach den erfolgreichen Impfaktionen in der Pflege sehen wir im praktischen Alltag, dass sich die Versorgung zusehends normalisiert. Dennoch gibt es unverändert Prämien für jedes leere Pflegebett wie zum Höhepunkt der Corona-Krise Anfang 2020. Das alles läuft auf Kosten der Versicherten, die damit leere Betten, aber keine Versorgung finanzieren. In dieser Form darf das nicht verlängert werden. Konkrete Corona-Lasten wie etwa die Testkosten können durchaus weiter erstattet werden, aber pauschale Finanzierung nicht genutzter Pflegeplätze untergräbt jede unternehmerische Eigeninitiative und Verantwortung der Pflege-Anbieter.“