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In einem Flächenland wie Bayern ist eine verlässliche Gesundheitsversorgung Herausforderung und Notwendigkeit zugleich. Wie die Private Krankenversicherung ländliche Regionen unterstützt, wurde auf einer Veranstaltung von PKV-Verband und der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft deutlich.

Klaus Holetschek, Bayerischer Gesundheitsminister

Bayerische Arztpraxen profitieren von mehr als zwei Milliarden Euro jährlich durch Privatversicherte

Wie genau, erläuterte PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther: Durch höhere und weniger reglementierte Honorare finanzieren die privat Krankenversicherten mit mehr als zwei Milliarden Euro zusätzlich die niedergelassenen Arztpraxen in Bayern. Laut der Auswertung aktueller Regionaldaten kommt dieses Geld vor allem den Praxen in ländlichen Regionen zugute. Entfallen auf Praxen zum Beispiel in der Metropolregion München knapp 48.000 Euro zusätzlich pro Jahr, können Praxen im Landkreis Wunsiedel mit fast 70.000 Euro Mehrumsatz rechnen. „Durch geringere Mieten und Personalkosten können die Landärzte dieses Geld noch besser für moderne Geräte oder in zusätzliches Personal investieren“, erläuterte Bertram Brossardt: „Das kommt allen Patienten zugute, auch den gesetzlich Versicherten.“

Ein weiterer Beitrag der PKV für die Gesundheitsversorgung ist die Förderung von Innovationen – auch hier profitieren die ländlichen Regionen. Weit vor der Gesetzlichen Krankenversicherung haben die PKV-Unternehmen ihren Versicherten telemedizinische Leistungen erstattet. In der Corona-Pandemie haben sich Akzeptanz, Angebote und Nutzung dieser Leistungen deutlich erhöht.

PKV fördert Innovationen: ein weiterer Baustein für die Gesundheitsversorgung auf dem Land

Ganz aktuell hat die PKV eine Vereinbarung mit dem Aachener Start-up Clinomic geschlossen. Das Unternehmen hat ein flächendeckendes Assistenzsystem für die hochwertige Intensivversorgung entwickelt: Mithilfe von künstlicher Intelligenz und modernster Telemedizin werden medizinische Daten von Intensivpatienten erfasst, an spezialisierte Stationen – etwa an Unikliniken – übertragen und mit deren Forschungsdaten abgeglichen. „Diese neue Technologie kann lebensrettend sein für Intensivpatienten, die nicht in der Nähe von großen Zentren leben“, erklärt Florian Reuther: „Sie profitieren vom Wissen hochspezialisierter Experten, ohne dass sie dafür in die nächste Großstadt verlegt werden müssen.“

Der bayerische Staatsminister Klaus Holetschek bestätigte die Leistungsfähigkeit des gegenwärtigen Gesundheitssystems: „Das duale System aus gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen fördert Innovationen und sichert die Finanzierung unseres Gesundheitswesens.“ Probleme bei der Nachwuchsgewinnung im ländlichen Raum lägen auch an Veränderungen des Arztberufs, dem zunehmenden Wunsch nach einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der mitunter eingeschränkt empfundenen Attraktivität des ländlichen Raums insgesamt.

Die PKV-Regionaldaten unterstützen diese Feststellung: Obwohl die Landärzte deutlich mehr von den Honoraren der Privatversicherten profitieren, ist die Ärztedichte in urbanen Räumen höher. Für die Standortentscheidung zählen also offenbar andere Gründe.