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Der mehr als 100 Millionen Euro schwere Digital-Healthcare-Fonds Heal Capital erweitert sein Portfolio um ein europäisches Diagnostik-Unternehmen. Mit individuellen Test-Kits und einer zugehörigen App sollen Menschen ihren Gesundheitszustand besser erfassen können.

7. Oktober 2021 -  Heal Capital, der vom PKV-Verband initiierte Venture-Capital-Fonds für digitale Gesundheitsinnovationen, investiert weiter: Das europäische Start-up Sanome entwickelt neue, effiziente diagnostische Lösungen für zu Hause, um mögliche Krankheiten früher zu erkennen und Gesundheitskosten zu senken. Heal Capital führte eine erste Finanzierungsrunde an, die insgesamt zwei Millionen Pfund in das britisch-niederländische Unternehmen Sanome investiert. 

Von PCR- und Schnelltestzentren zu den Selbst- oder Sofatests: Wie das Gesundheitswesen jeden Einzelnen von uns betrifft, habe jüngst die Corona-Pandemie gezeigt, erläutert Benedikt von Thüngen, Co-Gründer und CEO von Sanome: „Wir sehen, wie wichtig es ist, Gesundheitsanwendungen näher zu den Menschen nach Hause zu bringen – und dass wir viele der jüngsten Innovationen aus den Bereichen Digital Health und Consumer Biotech auf ein neues Level heben müssen, um so viele Datenpunkte wie möglich über die menschliche Gesundheit erfassen zu können. Das wird das Verständnis von unserem Körper und auch unsere Ansätze verändern, wie wir Krankheiten entdecken und behandeln.“

Warum zum Beispiel gehen wir nur zum Arzt, wenn wir unangenehme Symptome spüren? Es gibt viele Krankheiten, die wir gar nicht bemerken – und die möglicherweise erst auffallen, wenn es zu spät für manche Behandlungen ist. Andere Symptome wiederum sind harmlos. Wir gehen zum Arzt, hätten aber auch einfach zu Hause bleiben können. Sanome will helfen, in diesen Momenten abzuwägen und sinnvolle, effiziente Lösungen zu finden.

„Sanome wird die Art und Weise verändern, wie Patienten, Anbieter und Kostenerstatter mit dem Gesundheitswesen interagieren“, sagt Eckhardt Weber, Geschäftsführer von Heal Capital: „Mit ihrem völlig neuen Angebot von Heimdiagnose-Sets können sie medizinisch verwertbare Diagnosen erstellen, die helfen, einige der drängendsten Probleme unseres Gesundheitswesens zu lösen.“

 

Interview mit den Sanome-Gründern

Hier erläutern die Sanome-Gründer Benedikt von Thüngen (r.) und Dr. Marc van der Schee, welchen Ansatz sie mit ihrem Unternehmen verfolgen – und warum viele Menschen davon profitieren können:

Welche Idee steckt hinter Sanome?

Mit Sanome gehen wir drei zentrale Herausforderungen an. Die erste: Viele technische Innovationen werden niemals zu einem medizinischen Produkt, weil die klinische Prüfung zu teuer und zeitraubend ist. Die zweite ist, dass Gesundheit nur selten durch einen einzigen Test bewertet werden kann, sondern mehrere Tests kombiniert werden müssen – wie bei einer umfassenden ärztlichen Untersuchung. Drittens, und das ist die größte Herausforderung, wollen wir Menschen helfen, ihre Gesundheit zu erfassen, laufend zu beobachten und zu bewerten – und zwar in einem frühen Stadium und bequem von zu Hause aus. Viele gehen erst zum Arzt, wenn die Symptome sehr stark sind und es für manche Therapie zu spät ist.

Wie sieht das Sanome-Angebot für den Endkunden aus?

Unser Endprodukt ist die Kombination von einer Box, die Instumente für die Messung sogenannter Biomarker enthält – zum Beispiel für die Blut- oder Speichelentnahme oder Mikrobiom-Tupfer – und eine App, die verschiedene Biomarker digital kombiniert. Der genaue Inhalt der Box und der App hängt von dem individuellen Anwendungsfall ab. Besonders wichtig ist uns, dass der Nutzer zu jedem Zeitpunkt die volle Datenhoheit hat. 

Woran arbeiten Sie derzeit?

Im Moment konzentrieren wir uns darauf herauszufinden, welche Kombination von Biomarkern für welche Patientengruppe sinnvoll ist. Im nächsten Schritt wollen wir ihnen ein nützliches Diagnostik-Angebot für zu Hause machen können.