Gesundheitssystem

Wie in vielen ländlichen Regionen Deutschlands, gestaltet sich auch in bayerischen Kommunen die flächendeckende medizinische Versorgung aufgrund des Ärztemangels zunehmend problematisch.

Video Thumbnail

27.01.2020 - Hier ist die Politik gefordert: Um wieder mehr Ärztinnen und Ärzte aufs Land zu bringen, muss sie ein Gespür für die wirklichen Bedürfnisse und die Lebensvorstellungen der jungen Mediziner-Generation entwickeln. Helfen kann dabei eine realistische Einschätzung der Gesundheitswirtschaft und deren Bedeutung für den ländlichen Raum.

Diese Fragen wurden am Freitag auf dem Kongress „Gesundheitswirtschaft im ländlichen Raum“ der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) in Hirschaid diskutiert. Mit dabei war die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml (CSU), die sich seit Jahren für eine gute und wohnortnahe medizinische Versorgung im Freistaat einsetzt – insbesondere auf dem Land. Dafür hat die Bayerische Staatsregierung bereits vor einigen Jahren ein Förderprogramm geschaffen, mit dem Ärzte subventioniert werden, die sich für eine Praxiseröffnung in der Region entscheiden.

Genauso wichtig wie eine staatliche Förderung sind auch Privatpatienten für den Fortbestand vieler Arztpraxen auf dem Land. Das betonte Dr. Florian Reuther, Verbandsdirektor der Privaten Krankenversicherung (PKV). Anders als vielfach angenommen, tragen Privatversicherte nämlich gerade in ländlichen Regionen überproportional zum Einkommen und damit zur Existenzgrundlage der Arztpraxen bei: So profitieren Landärzte in Bayern von Mehrumsätzen von durchschnittlich 65.000 Euro pro Jahr. Das mache die PKV zu einem Eckpfeiler der ländlichen Versorgung, so Reuther.

Bertram Brossardt, vbw Hauptgeschäftsführer, hob im Vorfeld der Veranstaltung die Bedeutung der Gesundheitswirtschaft für den ländlichen Raum im Freistaat hervor. Sie trage in hohem Maße zur Sicherung des Wohlstands bei und sei ein wichtiger Wachstums- und Beschäftigungsmotor. So betrug die Bruttowertschöpfung 2019 rund 43,8 Milliarden Euro. Über 941.000 Beschäftigte arbeiten derzeit in der bayerischen Gesundheitswirtschaft. Das sind über 12 Prozent aller bayerischen Erwerbstätigen und 20 Prozent mehr als noch vor 10 Jahren.