Im Zuge der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen und der verstärkten Kontaktbeschränkungen finden in Pflegeeinrichtungen bis zum 28. Februar 2021 keine regelhaften Qualitätsprüfungen statt. Auf die Verlängerung der Aussetzung von Haus- und Heimbesuchen haben sich der GKV-Spitzenverband und der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen mit dem Bundesministerium für Gesundheit und dem PKV-Verband verständigt. Die Empfehlung umfasst auch die Aussetzung von Pflegebegutachtungen im häuslichen Umfeld, die in diesem Zeitraum ausschließlich digital mittels Telefon-Interview und vorhandener Unterlagen stattfinden werden.

Qualitätsprüfungen stärken Einhaltung von Hygienevorgaben

Die Aussetzung der Qualitätsprüfungen ist eine schwierige Abwägung: Pflegebedürftige und ältere Menschen zählen bei COVID-19 zu den besonders verwundbaren Personengruppen. Die Corona-Beschränkungen haben deshalb vor allem diese Risikogruppen im Blick. Für ihren Infektionsschutz sind effektive Hygienemaßnahmen besonders wichtig. Auch deshalb wären kontinuierliche Überprüfungen der Einrichtungen eigentlich dringend geboten. Die Einhaltung von Hygienevorgaben sind ein Schwerpunkt der Qualitätsprüfungen.

Zum Schutz der pflegebedürftigen Menschen werden bis Ende Februar daher verstärkt Anlassprüfungen stattfinden. Sie werden bei konkreten Hinweisen auf Qualitätsdefizite von den Landesverbänden der Pflegekassen beauftragt. Solche Einsätze übernimmt dann auch – unter Einhaltung strenger Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen – der Prüfdienst der Privaten Krankenversicherung.

Ehrenamtliches Engagement der PKV-Mitarbeiter in Pflegeheimen und Gesundheitsämtern

Während der anhaltenden Aussetzung der Qualitätsprüfungen sind viele Qualitätsprüferinnen und -prüfer des PKV-Verbands aktiv im Einsatz gegen das Coronavirus: Derzeit engagieren sich insgesamt 87 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des PKV-Prüfdienstes als ehrenamtliche Helfer in Pflegeeinrichtungen und Gesundheitsämtern. Besonders gefragt ist ihre Expertise in den Pflegeheimen: Hier unterstützen sie die Pflegekräfte vor Ort bei der Durchführung von Antigen-Test, beim Besuchermanagement, bei der Organisation von Hygienemaßnahmen oder der Erstellung von Pesonalplänen. In den Gesundheitsämtern stehen sie den Kollegen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes beratend zur Seite und helfen bei der Kontaktnachverfolgung.

Die Mitarbeiter des PKV-Prüfdienstes hatten schon die Zwangspause bei den Qualitätsprüfungen von März bis Ende September genutzt, um Pflegeeinrichtungen, Kliniken und Gesundheitsämtern rund um die Krisensituation zur Seite zu stehen. Über 11.000 Stunden ehrenamtliche Tätigkeit kamen dabei schon bis August zusammen. „Als Partner für Pflegequalität entspricht es unserem Selbstverständnis, schnell und unbürokratisch den Einrichtungen beratend zur Seite zu stehen“, begründet Frank Schlerfer, Abteilungsleiter des PKV-Prüfdienstes, das Engagement.

Über ihren ehrenamtlichen Einsatz in der Pflegewohnanlage Katharinenhof in Potsdam berichtet PKV-Qualitätsprüferin Julia Kovacevic-Heß hier