06.01.2021 - In der Testphase sind zunächst nur ausgewählte Arztpraxen in Berlin und Westfalen-Lippe an dieses System angeschlossen, danach sollen sich stufenweise alle Leistungserbringer entsprechend vernetzen. Für die Versicherten bleibt die Nutzung der ePA komplett freiwillig. 

In der Privaten Krankenversicherung wird die Nutzung der elektronischen Patientenakte zum 1. Januar 2022 beginnen, weil dann die ePA mit wesentlich umfangreicheren Funktionen ausgestattet sein wird. Ab Januar 2022 wird das elektronische Rezept eingeführt, sodass die verordneten Medikamente in der Apotheke mit einem Grafik-Code auf dem Smartphone besorgt werden können. Weitere Unterlagen wie beispielsweise der Impfausweis, der Mutterpass oder das Untersuchungsheft für Kinder sollen von 2022 an ebenfalls digital aus der ePA abrufbar sein. Dann sollen auch alle Krankenhäuser an die elektronische Patientenakte angeschlossen sein. 

Ab 2022 können die Versicherten überdies die Datenschutz-Regeln für ihre elektronische Patientenakte deutlich präziser einstellen und an ihre individuellen Bedürfnisse anpassen. Grundsätzlich entscheidet stets der einzelne Versicherte, wer auf welche Daten in seiner ePA zugreifen darf. Zum Start im Jahr 2021 können die Versicherten allerdings zunächst nur entscheiden, ob sie allen Ärzten die komplette Einsicht in alle ePA-Daten erlauben oder ob sie den Zugriff für Dritte insgesamt verwehren wollen. Ab 2022 ermöglicht die ePA-Technologie, dass die Versicherten für die einzelnen Gesundheitsdaten jeweils individuell regeln können, welcher ihrer Ärzte diese Daten sehen darf oder nicht. Generell gilt: Die Krankenversicherung oder der Arbeitgeber erhalten keine Einsicht.

Die elektronische Patientenakte erfordert den Aufbau einer sicheren und leistungsfähigen Telematikinfrastruktur. Daher beteiligt sich der Verband der Privaten Krankenversicherung seit 2020 als Gesellschafter an der für Einführung und Betrieb der Telematikinfrastruktur verantwortlichen gematik GmbH. Dort hält das Bundesministerium für Gesundheit 51 Prozent der Anteile, die weiteren Anteile verteilen sich auf den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung und die Spitzenorganisationen der Leistungserbringer, also Bundesärztekammer, Bundeszahnärztekammer, Deutscher Apothekerverband, Deutsche Krankenhausgesellschaft, Kassenärztliche Bundesvereinigung und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung.

Die von der gematik entwickelten Funktionen sollen für alle gesetzlich und privat Versicher¬ten gleichermaßen zur Verfügung stehen. Dazu müssen die verschiedenen Akteure des Gesundheitswesens sicher an die Telematikinfrastruktur angebunden werden. Der PKV-Verband ist entschlossen, gemeinsam mit den anderen Gesellschaftern die Nutzung von eHealth zugunsten aller Versicherten in Deutschland voranzutreiben. Damit wird eHealth zu einem wichtigen Teil der medizinischen Versorgung in Deutschland.