Coronavirus SARS-CoV-2 

Die Corona-Pandemie wird wohl auch 2021 das zentrale Thema im deutschen Gesundheitswesen bleiben. Im Jahr 2020 standen nicht zuletzt die Regelungen zu Testung und Impfung im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Beides wird über Verordnungen des Bundesgesundheitsministeriums geregelt. Es ist nicht auszuschließen, dass es 2021 Änderungen daran geben wird. Wir informieren auf unseren Seiten laufend zum aktuellen Stand der Vorschriften bei Testungen und Impfungen.

Jahresarbeitsentgeltgrenze 

Im Zuge der Corona-Pandemie hat Deutschland 2020 einen historisch einmaligen Konjunktureinbruch erlebt. Trotzdem erschwert die Bundesregierung  Arbeitnehmern den Weg in die Private Krankenversicherung. Ab 2021 darf man erst ab einem Jahreseinkommen von 64.350 Euro die Gesetzliche Krankenversicherung kündigen und sich somit privat versichern. Das ist ein Plus von 1.800 Euro gegenüber dem Vorjahr. Wichtig zu wissen: Arbeitnehmer, die bereits privat versichert sind und deren Gehalt nur aufgrund der aktuellen Anhebung der Einkommensgrenze versicherungspflichtig in der GKV werden, können sich von dieser Versicherungspflicht befreien lassen und privat versichert bleiben. 

Beitragsbemessungsgrenze 

Auch die Beitragsbemessungsgrenze wird angehoben – auf 58.050 Euro im Jahr. Für viele Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherung erhöhen sich damit automatisch die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung. Wer ein Einkommen oberhalb der Bemessungsgrenze hat und bei einer Krankenkasse mit durchschnittlichem Zusatzbeitragssatz (s.u.) versichert ist, muss allein für die Krankenversicherung jährlich knapp 400 Euro mehr zahlen als 2020.

Zusatzbeitrag in der GKV 

Der Beitragssatz in der Gesetzlichen Krankenversicherung setzt sich zusammen aus dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent und einem kassenindividuellen Zusatzbeitrag. Letzterer wird bei zahlreichen Kassen im neuen Jahr erhöht. Wie hoch die Erhöhung ausfällt, wurde den meisten betroffenen Versicherten in den vergangenen Tagen bereits mitgeteilt. Viele Kassen können den Zusatzbeitrag allerdings 2021 noch stabil halten. Eine Senkung ist hingegen eine seltene Ausnahme.

Vom kassenindividuellen Zusatzbeitrag ist der durchschnittliche Zusatzbeitrag zu unterscheiden, der vom Bundesgesundheitsministerium festgelegt wird. Er steigt im kommenden Jahr um 0,2 Punkte auf 1,3 Prozent. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag ist nur für wenige Personenkreise innerhalb der GKV relevant. Interessant ist diese Änderung allerdings für privat krankenversicherte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Denn durch die Anhebung Gesamtbeitrags in der GKV steigt auch ihr Anspruch auf einen Arbeitgeberzuschuss auf nun maximal 384,58 Euro pro Monat. Zudem steigt der maximale Arbeitgeberzuschuss zur Privaten Pflegepflichtversicherung beträgt 2021: 73,77 Euro/Monat.

Brexit 

Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) ist abgeschlossen. Beide Parteien konnten sich kurz vor Ende des Übergangszeitraums am 31.12.2020 auf ein neues Handels- und Kooperationsabkommen einigen. Für Privatversicherte, die ab dem 1. Januar 2021 ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt nach England, Schottland, Wales oder Nordirland verlegen, gelten neue Regeln.

Zukünftig endet mit dem Umzug das Versicherungsverhältnis, es sei denn, es wird im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Versicherer eine Sondervereinbarung über die Fortführung des Versicherungsverhältnisses geschlossen. Das gilt sowohl für die Krankenvollversicherung als auch für die Pflegepflichtversicherung. Ist eine versicherte Person dagegen vor dem Austritt bzw. vor Ablauf des Übergangszeitraumes in das Vereinigte Königreich gezogen, bleibt das Versicherungsverhältnis nach Ablauf des Übergangszeitraumes zu den aktuellen Bedingungen bestehen.

Elektronische Patientenakte

Gesetzlich Versicherte habe ab dem 1. Januar 2021 das Recht auf eine elektronische Patientenakte (ePA). Sie wird von den Krankenkassen als kostenlose App zur Verfügung gestellt. Patientinnen und Patienten können darin zum Beispiel ihre Befunde, Therapieempfehlungen und Behandlungstermine einsehen. Die Nutzung ist freiwillig und muss bei der Krankenkasse beantragt werden. Die Einführung der ePA für Privatversicherte ist ab dem 1. Januar 2022 geplant.

Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Verzögerungen gibt es bei der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Eigentlich war vorgesehen, dass Ärztinnen und Ärzte diese ab dem 12. Januar 2021 für gesetzlich Versicherte nur noch digital an die Krankenkassen schicken. Doch weil laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung die erforderliche Technik nicht rechtzeitig flächendeckend eingeführt werden konnte, sei mit dem Bundesgesundheitsministerium die Verschiebung des verpflichtenden Starts auf den 1. Oktober 2021 vereinbart worden.