20.11.2020 - Der Anstieg der Corona-Neuinfektionen treibt die Sorge vieler chronisch kranker Menschen aus Risikogruppen vor einer möglichen Ansteckung. In der Folge meiden sie den Kontakt zum Arzt oder Psychotherapeuten – trotz Behandlungsbedarf und ernsten Konsequenzen. Um für Betroffene dennoch eine angemessene ärztliche Beratung zu gewährleisten, haben Bundesärztekammer, Bundespsychotherapeutenkammer, der Verband der Privaten Krankenversicherung und die Beihilfe eine Vereinbarung zur erweiterten Telefonberatung durch Ärzte und Psychotherapeuten getroffen.

Die Gemeinsame Abrechnungsempfehlung ermöglicht den behandelnden Ärzten im Rahmen der COVID-19-Pandemie längere telefonische Beratungen. Voraussetzung ist, dass das Aufsuchen des Arztes, Psychologischen Psychotherapeuten oder von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten pandemiebedingt nicht möglich oder zumutbar ist, eine Videoübertragung nicht durchgeführt und die Patientenversorgung auf andere Weise nicht gewährleistet werden kann.

Abrechnungsempfehlungen gelten zunächst bis zum Jahresende
Die Regelung sieht vor, dass die mehrfache Berechnung der GOÄ-Nr. 3 GOÄ für längere telefonische Beratungen, je vollendete 10 Minuten, bis zu viermal je Telefonat berechnet werden darf. Zudem darf diese Leistung je Patient im Kalendermonat insgesamt höchstens viermal angesetzt werden. Die Abrechnungsempfehlung gilt seit dem 17. November 2020 und ist zunächst befristet bis zum 31. Dezember 2020.

Weil die Mehrfachberechnung der Nr. 3 GOÄ den zeitlich bedingten Mehraufwand bereits berücksichtigt, ist ein Überschreiten des 2,3fachen Gebührensatzes nicht zulässig. Die Uhrzeit und die Begründung zur Mehrfachberechnung sowie die tatsächliche Dauer des Telefonates sind in der Rechnung anzugeben.