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Ratgeber Privatkliniken

Vor der Behandlung in einer Privatklinik empfiehlt es sich, bei der Versicherung nachzufragen

Anders als in der Gesetzlichen Krankenversicherung deckt der Private Krankenversicherungsschutz in der Regel neben der Behandlung in öffentlichen Krankenhäusern (sog. Plankrankenhäuser) auch die Behandlung in Privatkliniken ab. Doch Privatklinik ist nicht gleich Privatklinik: Üblicherweise verbindet man mit dem Begriff eine organisatorisch selbstständige Einrichtung, die außerhalb der staatlichen Krankenhausplanung steht und den Patienten eigenständig stationäre Leistungen anbietet. Diese Privatkliniken können ihre Preise weitgehend frei gestalten.

In den vergangenen Jahren haben jedoch auch zahlreiche öffentliche Krankenhäuser eigene „Privatklinik"-Bereiche ausgegründet und parallel zum öffentlichen Krankenhaus betrieben. Diese Einrichtungen bestehen oft nur aus einer Station oder mehreren Zimmern des jeweiligen Mutterhauses oder befinden sich in dessen Nähe. Die Leistungen und behandelndnen Ärzte entsprechen  denen des Mutterhauses. Für diese verbundenen Einrichtungen gibt es seit 2012 eine gesetzliche Entgeltbegrenzung.

Gesetzgeber verbietet höhere Entgelte für die gleichen Leistungen

Denn obwohl die verbundenen Privatkliniken medizinische und personelle Ressourcen des Mutterhauses nutzen und die gleichen medizinischen Leistungen erbringen wie das Mutterhaus, konnten sie ihren Patienten zuvor erheblich höhere Entgelte als das Mutterhaus in Rechnung stellen. Um Millionen Versicherte vor einer finanziellen Benachteiligung in verbundenen Privatkliniken zu schützen, hat der Bundestag dieser medizinisch nicht gerechtfertigten Kostensteigerung zu Lasten der Privatpatienten einen Riegel vorgeschoben: Seit Januar 2012 ist jede „Einrichtung, die in räumlicher Nähe zu einem öffentlichen Krankenhaus liegt und mit diesem organisatorisch verbunden ist“, an das Krankenhausentgeltrecht gebunden (vgl. § 17 Abs. 1 Satz 5 und 6 KHG). Privatversicherte sollen für stationäre Leistungen in ausgegründeten Privatkliniken seitdem keinen Aufpreis mehr zahlen müssen.

PKV-Unternehmen bieten Versicherten Beratung an

Doch noch immer bestehen mit einzelnen Privatkliniken Auseinandersetzungen darüber, ob sie von der gesetzlichen Entgeltbindung erfasst werden und in welcher Höhe sie abrechnen können. Zudem sind die Leistungen der Privatkliniken regelmäßig durch die zusätzlich aufgeschlagene Mehrwertsteuer teurer als im Mutterhaus, das umsatzsteuerfreie Leistungen erbringen kann.Für die  Versicherten sind diese komplizierten Zusammenhänge  schwer nachzuvollziehen und zu überprüfen, weshalb die PKV-Unternehmen hierzu Beratung anbieten. Dazu empfiehlt es sich, das eigene Versicherungsunternehmen möglichst vorab über den geplanten Aufenthalt in der Privatklinik und die dortigen Abrechnungsvorgaben zu informieren. So lassen sich mögliche nachträgliche Diskussionen über die Höhe der abrechenbaren bzw. zu erstattenden Entgelte vermeiden. Auch die Möglichkeit, sich statt im „Privatklinik“-Bereich in einer Privatstation des Krankenhauses (Mutterhauses) bei gleicher medizinischer Qualität behandeln zu lassen, könnte in diesem Zusammenhang in Erwägung gezogen werden. Denn in diesem Fall wäre sichergestellt, dass ausschließlich die gesetzlichen Krankenhausentgelte ohne zusätzliche Umsatzsteuer abgerechnet werden, was zu geringeren Kosten führt.