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Zusatzversicherung zum GKV-Schutz

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland ist gesetzlich krankenversichert. Damit sind die Menschen im Krankheitsfall grundsätzlich gut abgesichert. Jedoch gibt es in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auch Leistungslücken und -grenzen. Wer einen besseren Versicherungsschutz wünscht, kann die GKV-Leistungen nach individuellen Bedürfnissen durch ambulante und stationäre Zusatztarife der Privaten Krankenversicherung (PKV) ergänzen.

 

 
grüne Äpfel
 

Zahnzusatzversicherungen

35 bis 50 Prozent der Kosten müssen gesetzlich Versicherte bei Zahnersatz selbst tragen. Durch eine private Zusatzversicherung können sie ihren Eigenanteil senken. Nach Vorleistung durch die gesetzliche Krankenkasse erstattet die private Krankenversicherung gemäß den tariflichen Bedingungen. Die Kostenübernahme durch die private Zusatzversicherung kann unterschiedlich geregelt sein:

  • Erstattung eines pauschalen Prozentsatzes (z.B. 30 Prozent) des gesamten Rechnungsbetrages; meistens gibt es eine Beschränkung auf maximal 80 oder 90 Prozent des Rechnungsbetrages bei Anrechnung der Erstattung anderer Kostenträger (d.h. insbesondere der GKV).
  • Erstattung eines pauschalen Prozentsatzes der verbleibenden Kosten nach Vorleistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
  • Aufstockung des von der gesetzlichen Krankenkasse vorgeleisteten Betrages auf einen bestimmten Prozentsatz (z.B. 90 Prozent) des Rechnungsbetrages – der Anteil der gesetzlichen Krankenkasse spielt hier also keine Rolle, der Patient muss grundsätzlich den vereinbarten verbleibenden Prozentsatz (z.B. 10 Prozent) selbst zahlen.

In der Regel sind die Beträge, die die private Zusatzversicherung übernimmt, in den ersten Jahren begrenzt. Erstattet werden grundsätzlich die Kosten sowohl für die zahntechnischen Leistungen als auch die damit zusammenhängende zahnärztliche Behandlung.

 
Patient im Krankenhaus
 

Stationäre Zusatzversicherungen

Wahlleistung Krankenhaus

Wer gesetzlich krankenversichert ist, wird in der Regel in Mehrbettzimmern untergebracht und vom diensthabenden Arzt behandelt. Durch eine private stationäre Zusatzversicherung kann man sich

  • die freie Auswahl der Klinik,
  • die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer und
  • die Behandlung durch den Chefarzt, seinen benannten Stellvertreter oder auch durch einen ausgewählten Spezialisten

sichern. Zudem kann die Versicherung auch ambulante Operationen und die Behandlung durch Belegärzte enthalten. Belegärzte sind niedergelassene Ärzte, die im Krankenhaus operieren dürfen und Betten reserviert haben.

Krankenhaustagegeldversicherung

Außer der oben beschriebenen Krankenhauszusatzversicherung ist es auch möglich, eine Krankenhaustagegeldversicherung abzuschließen. Während die Krankenhauszusatzversicherung einen gewissen Behandlungskomfort absichert, können durch das Krankenhaustagegeld auch die Kosten abgedeckt werden, die durch einen Aufenthalt im Krankenhaus zusätzlich entstehen. Der Versicherte vereinbart mit seiner Versicherung eine bestimmte Summe, die für jeden Tag gewährt wird, den er im Krankenhaus verbringen muss. Während bei der Krankenhauszusatzversicherung die Versicherungsleistungen zweckgebunden sind, kann der Versicherte bei einer Krankenhaustagegeldversicherung über die Verwendung selbst bestimmen. Ob er damit zum Beispiel ein Zweibettzimmer, die Fahrten der Familie zum Krankenhaus oder eine Haushaltshilfe finanziert, bleibt ihm überlassen.

 
Junger Mann mit Brille
 

Ambulante Zusatzversicherungen

Bei den ambulanten Zusatzversicherungen wird zwischen ambulanten Ergänzungstarifen und den Kostenerstattungstarifen unterschieden.

Ambulante Ergänzungstarife sind in der Regel in sogenannten Versicherungspaketen enthalten. Diese können zu einem bestimmten Prozentsatz und bis zu einem bestimmten Höchstbetrag Kosten für folgende Leistungen absichern:

  • Sehhilfen
  • Hörgeräte
  • die gesetzlich vorgeschriebenen Zuzahlungen des Versicherten zu ärztlich verordneten Medikamenten
  • Hilfsmittel wie z.B. Hörgeräte, Sprechgeräte, orthopädische Einlagen und Schuhe, Bandagen, Prothesen, Krankenfahrstühle, soweit sie von der gesetzlichen Krankenkasse nicht oder nur teilweise bezahlt werden.

Der genaue Leistungsumfang kann von Zusatzversicherung zu Zusatzversicherung stark variieren und ist jeweils den Tarifbedingungen zu entnehmen.

Alle GKV-Versicherten können bei ihrer Kasse anstelle der üblichen Sachleistungen die Kostenerstattung wählen und sie mit einem privaten Kostenerstattungstarif ergänzen. Dabei können sie entscheiden, für welche Versorgungsbereiche sie Kostenerstattung erhalten: ärztliche / zahnärztliche Behandlung, Arzneimittel, Krankenhausbehandlung.

Gegenüber dem Arzt erlangen die Versicherten den Status eines Privatversicherten.  Das bedeutet: Patient und der Arzt schließen einen sogenannten Behandlungsvertrag ab. Der Arzt stellt für die Behandlung eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte aus, die der Patient begleichen muss. Dieser reicht die Rechnung dann bei seiner gesetzlichen Krankenkasse ein, die ihm den Betrag überweist, der für die entsprechende Behandlung von gesetzlich Versicherten veranschlagt wird. Da die gesetzliche Krankenversicherung nie die gesamte Rechnungssumme erstatten wird, bietet sich bei einer Entscheidung für die Kostenerstattung in der GKV der Abschluss eines privaten Kostenerstattungstarifs an. Die private Versicherung überweist nach erfolgter Behandlung im vereinbarten Umfang den Restbetrag oder einen Teil davon.

 
Kräuter werden im Mörser zerkleinert
 

Zusatzversicherung für Heilpraktikerbehandlung

Bei einer Zusatzversicherung für Heilpraktikerbehandlungen werden in der Regel die Aufwendungen für Leistungen des Heilpraktikers sowie für die verordneten Arznei-, Heil- und Verbandmittel zu 50 bis 80 Prozent des erstattungsfähigen Rechnungsbetrages ersetzt. Für die Erstattung wird das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker und mitunter auch das Hufeland-Leistungsverzeichnis der Besonderen Therapieeinrichtungen zugrunde gelegt. Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse werden vom erstattungsfähigen Betrag abgezogen. Darüber hinaus wird ein jährlicher Höchsterstattungsbetrag von 250 bis 1.000 Euro festgesetzt.

 
Frau bei der Wassergymnastik
 

Zusatzversicherung für Kuraufenthalte

Kuren sind zwar grundsätzlich eine in der Gesetzlichen Krankenversicherung abgesicherte Leistung, allerdings kommt die Krankenkasse in der Regel nur für einen geringen Teil der Kosten auf. Wer für den Fall einer Kurbehandlung vorsorgen und rundum abgesichert sein möchte, kann eine Zusatzversicherung für Kuraufenthalt abschließen. Gesetzlich Versicherte können einen solchen Tarif in der Regel nur in einem Versicherungspaket erhalten. Als einzelne Versicherung bieten einige Versicherungen das Kurtagegeld als Ergänzungstarif zur privaten Vollversicherung an.

Bei einer ambulanten Kur wird Kurtagegeld – sofern es von den tatsächlichen Kosten abhängig ist – in der Regel für Kurtaxe, Kurplan, ärztliche Behandlung, Arzneien, Kurmittel und physikalische Therapie gezahlt. Bei einer stationären Kurbehandlung werden noch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung hinzugerechnet.