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Die PKV im deutschen Gesundheitssystem

Großvater mit lachenden Enkelsohn
 

Deutschland hat eines der besten Gesundheitssysteme weltweit: Alle Versicherten profitieren von kurzen Wartezeiten, freier Arztwahl und gutem Zugang zum medizinischen Fortschritt. Ihnen steht ein flächendeckendes Netz von Kliniken und Ärzten zur Verfügung. Diese internationale Spitzenposition verdanken wir nicht zuletzt dem Nebeneinander von Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung. Denn der gesunde Wettbewerb der beiden Systeme sorgt dafür, dass sich Kürzungen im Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung schwerer durchsetzen lassen.

Im Gegensatz dazu tendieren Länder, in denen die Krankenversicherung in Einheitssystemen organisiert ist, zu einer stärkeren Rationierung. Dort gibt es in der Regel nur eine medizinische Grundversorgung auf niedrigem Niveau. Nur Menschen, die den Arzt direkt bezahlen können oder eine Zusatzversicherung abschließen, haben Zugang zu Spitzenmedizin außerhalb der Einheitsversorgung. So entsteht eine echte Zwei-Klassen-Medizin.

Zudem fließen jedes Jahr 28,6 Milliarden Euro durch Privatversicherte ins Gesundheitssystem. Dank der Einnahmen aus der Privaten Krankenversicherung können Ärzte und Krankenhäuser investieren und so den hohen medizinischen Standard sichern, von dem alle profitieren. Wären die Privatversicherten in der Gesetzlichen Krankenversicherung mit einem anderen Vergütungssystem versichert, würde das Gesundheitswesen 11 Milliarden Euro verlieren - Praxen müssten schließen, Jobs gingen verloren. Ohne die Privatversicherten hätte zum Beispiel jede Arztpraxis in Deutschland durchschnittlich 43.000 weniger zur Verfügung, die sie in personal oder Ausstattung investieren kann.

Und nicht zuletzt macht auch die Alterung unserer Bevölkerung die Private Krankenversicherung zu einer unverzichtbaren Säule im Gesundheitssystem. Denn die junge und arbeitende Generation muss in der Gesetzlichen Krankenversicherung immer mehr Geld für den wachsenden Anteil der Älteren aufbringen. Da ist es problematisch, nur auf die demografieanfällige Umlagefinanzierung zu setzen. In der Privaten Krankenversicherung sorgt jeder für seine im Alter steigenden Gesundheitskosten selbst vor – so hatten die Privatversicherten Ende 2014 mehr als 206 Milliarden Euro an Rücklagen in der Kranken- und Pflegeversicherung gebildet. Das ist generationengerecht und unverzichtbar für unser Gesundheitssystem.