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Der Tarifwechsel in der PKV

Jeder Privatversicherte hat einen Rechtsanspruch darauf, ohne Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeiten in einen anderen Tarif mit gleichartigem Versicherungsschutz seines Versicherungsunternehmens zu wechseln. Hierauf müssen die Versicherungsunternehmen ihre Versicherten im Falle einer Beitragsanpassung hinweisen. Gibt es für einen über 60-jährigen Versicherten günstigere Tarifangebote, muss das Unternehmen ihm diese mitsamt den Beiträgen nennen. Zudem muss es ihn über die Möglichkeit des Wechsels in den Standard- und/oder Basistarif informieren. Die meisten Krankheitsvollversicherer haben sich gemäß den Leitlinien der PKV für den Tarifwechsel freiwillig verpflichtet, über diese gesetzlichen Vorgaben hinauszugehen. Sie garantieren eine umfassende persönliche und bedarfsgerechte Beratung aller wechselwilligen Versicherten und sichern eine Beantwortung von Tarifwechsel-Anfragen innerhalb von 15 Arbeitstagen zu. Darüber hinaus schlagen sie bei Beitragserhöhungen ihren Versicherten bereits ab einem Alter von 55 Jahren von sich aus konkrete Tarifalternativen vor.

Wer über einen Tarifwechsel nachdenkt, sollte seinen Versicherungsschutz einer genauen Prüfung unterziehen. Welche Leistungen sind versichert – und welche sind notwendig, gewünscht oder weniger wichtig? Krankenhauswahlleistungen, der Versicherungsschutz bei Zahnbehandlung und -ersatz, Heilpraktikerbehandlung: Es gibt zahlreiche Beispiele, wie der Versicherte seinen Versicherungsschutz reduzieren kann und dennoch im Krankheitsfall gut versorgt ist.

Zahlt der Versicherte bereits einen Risikozuschlag, bleibt dieser bei einem Tarifwechsel grundsätzlich erhalten. Wenn der neue Tarif zudem Mehrleistungen gegenüber dem alten Tarif bietet, ist – nur für diese – eine neue Gesundheitsprüfung zulässig. Bei relevanten Erkrankungen des Versicherten kann der Versicherer für die Mehrleistungen einen angemessenen Risikozuschlag verlangen. Auch eine Wartezeit für die Mehrleistungen ist erlaubt. Der Versicherte kann den Risikozuschlag vermeiden, indem er die Mehrleistungen aus dem Versicherungsschutz ausschließen lässt. Anders als bei einem Risikozuschlag hat der Versicherte allerdings kein Recht darauf, dass der Ausschluss der Mehrleistungen überprüft und aufgehoben wird, wenn die zugrunde liegende Erkrankung ausgeheilt ist.

Ist durch den Wechsel in einen anderen unternehmensindividuellen Tarif keine Beitragssenkung zu erreichen, bieten sich als Alternativen der Standardtarif oder der Basistarif an. Diese beiden Tarife werden von allen PKV-Unternehmen angeboten, die die Vollversicherung betreiben; der Zugang ist allerdings beschränkt.

Sofern der Versicherte in einen der Tarife wechseln kann, informiert ihn der Versicherer hierüber bei einer Beitragsanpassung.

Die Leistungen in den beiden Tarifen sind mit denen der gesetzlichen Krankenkassen vergleichbar. Sie sind aber nicht mit diesen identisch und unterscheiden sich auch untereinander. Der Beitrag ist auf die Höhe des GKV-Höchstbeitrags begrenzt. Durch die Anrechnung der Alterungsrückstellungen liegt der Beitrag für den Standardtarif bei langjährig Versicherten meistens deutlich unter dem GKV-Höchstbeitrag. Im Basistarif erreicht der Beitrag erwachsener Versicherter in der Regel die Höchstgrenze. Allerdings muss ein Versicherter bei nachgewiesener Hilfebedürftigkeit nur die Hälfte des Höchstbeitrags zahlen. Ist der Versicherte auch dann noch mit der Zahlung überfordert, leistet das Sozialamt oder die Arbeitsagentur einen Zuschuss.

Weitere Informationen können Sie den folgendenBroschüren entnehmen:

 

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