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Die Bürgerversicherung schadet den Ärzten

Die Verfechter der Bürgerversicherung versprechen eine bessere medizinische Versorgung für alle. Klingt gut, aber das Gegenteil wird passieren: Die Reform schwächt die Arzt- und Facharztpraxen.

Für die Ärzte in Deutschland wäre das System der Bürgerversicherung mit drastischen Einbußen verbunden. Wissenschaftliche Gutachter haben im Auftrag der Grünen berechnet, welche finanziellen Folgen die Reform im Einzelnen hätte: Sie beziffern die Verluste für die Ärzte auf 3,6 Milliarden Euro pro Jahr – und dabei darf man vermuten, dass die Gutachter im Sinne ihrer Auftraggeber sogar noch zurückhaltend kalkuliert haben.

Ursache dieser Einbußen ist die Absicht, die PKV letztlich abzuschaffen. Dabei sagen schon heute viele Haus- und Fachärzte, dass sie wegen der engen Budget-Grenzen und Leistungskürzungen in der GKV ihre Praxis nicht mehr wirtschaftlich betreiben könnten und schließen müssten, wenn sie die stabilen Einnahmen aus der Behandlung der Privatversicherten nicht hätten.

Heute tragen 10 Prozent Privatversicherte über 26 Prozent der gesamten Praxisumsätze der Ärzte. Insgesamt macht dieser Mehrumsatz aus der PKV pro Jahr rund 10,8 Milliarden Euro aus.