• Vorlesen
  • A A A

Die Bürgerversicherung ist ungerecht

Die Verfechter der Bürgerversicherung erklären, sie wollten die soziale Gerechtigkeit ausbauen. Klingt gut, wird aber ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht.

Die Bürgerversicherung erfüllt nicht den eigenen Gerechtigkeits-Anspruch. Besonders Wohlhabende bleiben weiterhin mit dem größten Teil ihres Einkommens verschont, denn SPD und Grüne wollen auch künftig nur bis zu einer Bemessungsgrenze Beiträge erheben.

Familien, in denen beide Eltern arbeiten gehen, müssen einen bis zu doppelt so hohen Beitrag zahlen wie andere Familien mit exakt demselben Haushaltseinkommen, in denen nur einer erwerbstätig ist. Das ist grob ungerecht.

Die Gerechtigkeit zwischen den Generationen fehlt in der Bürgerversicherung völlig. In deren Umlageverfahren treffen die heute aktiven Generationen keinerlei Vorsorge für die mit zunehmendem Alter steigenden Kosten. Sie schieben diese Last ungemindert auf die Schultern der nachfolgenden Generationen, obwohl die zahlenmäßig deutlich schwächer sein werden. Schlimmer noch: Das funktionierende generationengerechte System der PKV würde zerstört.

Anhänger der Bürgerversicherung fordern eine Abschaffung der PKV, weil sie angeblich eine „Zwei-Klassen-Medizin“ befördere. Das Gegenteil ist aber der Fall: Denn viele ausländische Beispiele zeigen, dass sich gerade in Systemen mit staatlicher Einheitsversorgung ein „grauer Markt“ bildet, auf dem sich die Wohlhabenden besondere Arzt- und Krankenhausleistungen einkaufen. Dagegen sichern in Deutschland GKV und PKV zusammen ein qualitativ hochwertiges System mit einem gemeinsamen Versorgungsangebot für alle Versicherten – also das Gegenteil einer „Zwei-Klassen-Medizin“.