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PKV-Jahrestagung 2017: Blick nach vorn

 

Die PKV-Branche zeigt sich auf ihrer Jahrestagung gut gerüstet für zukünftige Herausforderungen

Starke Fürsprecher aus vielen Teilen der Gesellschaft unterstützen die Private Krankenversicherung im Einsatz für das duale deutsche Gesundheitssystem.


Beinahe wäre aus der diesjährigen Jahrestagung des PKV-Verbandes eine Geburtstagsparty geworden. Denn fast auf den Tag genau – nämlich am 12. Juni 1947 – vor 70 Jahren wurde der Verband der Privaten Krankenversicherung in Köln gegründet. Dass dieses Jubiläum nicht im Mittelpunkt der Veranstaltung stand, lag vor allem daran, dass die Branche in diesen Tagen lieber nach vorne als nach hinten schaut: „Die Zukunft beschäftigt uns alle mehr als die Vergangenheit – und da gibt es viele interessante und spannende Themen“, sagte der Verbandsvorsitzende Uwe Laue gleich zu Beginn der Veranstaltung.

Gleichwohl kam die Branche nicht umhin, sich zunächst doch noch einmal mit rückwärtsgewandten Ansichten zu beschäftigen. Denn wie schon vor den vergangenen Bundestagswahlen heben auch in diesem Wahlkampf wieder drei Parteien die Idee eines einheitlichen Krankenversicherungssystems aufs Tapet. Konkret nannte Laue die SPD, die allen künftigen Versicherten den Weg in die Private Krankenvollversicherung versperren, für Beamte einen beihilfekonformen Tarif in der Gesetzlichen Krankenversicherung schaffen und eine einheitliche Gebührenordnung für Ärzte einführen will.

 

Uwe Laue ist "zuversichtlich, dass die Private Krankenversicherung auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag für das Gesundheitssystem leisten wird."

 

Laue erteilte diesen Plänen eine deutliche Absage: „Die SPD verbietet damit einem funktionierenden Versicherungssystem, das höchste Werte in der Kundenzufriedenheit vorweisen kann, von heute auf morgen neue Versicherte generationengerecht zu versichern.“ Dabei sei es unerheblich, ob die Bürgerversicherung sofort oder in kleinen Schritten eingeführt werde. „Auch viele kleine Amputationen an einem gesunden Patienten wären eine katastrophal schlechte Medizin. So eine Salamitaktik mag vielleicht Parteipolitikern irgendwie schlau erscheinen – die Qualität des Gesundheitswesens in Deutschland würde damit jedoch nur geschwächt.“

Nun liegt zwar die SPD in aktuellen Umfragewerten teils deutlich hinter der Union zurück. Dass es aber dennoch angebracht ist, die Argumente gegen eine sogenannte Bürgerversicherung weiterhin klar zu benennen, führte der erste Gastredner vor Augen. Denn „Umfragewerte haben eine relativ kurze Halbwertzeit“, sagte Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen in seinem Vortrag. Als Meinungsforscher weigere er sich, Prognosen zum Ausgang der Wahl abzugeben: „Wer von uns erwartet, dass wir das Ergebnis einer Bundestagswahl in drei Monaten voraussagen können, der unterstellt uns wahrsagerische Fähigkeiten.“

 
 

Erfahrungsgemäß werde es in den nächsten Wochen viele Ereignisse geben, die Auswirkungen auf die politische Stimmungslage haben. Deswegen könnten Umfragen wie das Politbarometer nur ein Stimmungsbild zum Zeitpunkt der Umfrage liefern. Weiter sagte Jung: „Ein erheblicher Teil der Wähler ist mittlerweile sehr volatil geworden, was seine Wahlentscheidung angeht.“ Das liege unter anderem daran, dass sich die Wahrnehmung fast aller Parteien auf einer Linksrechts- Skala immer mehr zur Mitte hin orientiere. Damit werde aber auch der Weg für Wechselwähler – zum Beispiel von den Grünen hin zur Union – kürzer. Den Wählern stehe damit eine breitere Auswahl zur Verfügung. Jungs Fazit: „Wanderungen zwischen allen Parteien sind heute wesentlich leichter. Das führt zu mehr Veränderungen.“

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